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Niedersachsen TUI macht Gewinnen – Aktionäre profitieren
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen TUI macht Gewinnen – Aktionäre profitieren
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00:15 21.12.2013
Von Stefan Winter
Mit seinem Programm „oneTUI“ will Joussen die Kosten der Holding senken, Altlasten bereinigen und die Rendite im Reisegeschäft steigern. Quelle: dpa
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Hannover

TUI-Chef Friedrich Joussen kommt mit seinem Umbauprogramm schneller voran als geplant. Das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2012/13 brachte wider Erwarten einen kleinen Gewinn. Profitieren sollen die Aktionäre, die zwei Jahre früher als vorgesehen die erste Dividende seit 2007 bekommen: 15 Cent je Aktie will die TUI zahlen, insgesamt rund 40 Millionen Euro. Der Gewinn würde dafür allerdings noch nicht reichen: Zum Verteilen an die TUI-Aktionäre stehen nur 4,3 Millionen Euro Nettogewinn zur Verfügung. Zusätzlichen Spielraum bekommt TUI vor allem durch den Verkauf zweier alter Preussag-Grundstücke in Kiel und Berlin, die 55 Millionen Euro bringen.

Dennoch werde die Ausschüttung nicht aus der Substanz bezahlt, sagte Joussen und verwies auf Verbesserungen im operativen Ergebnis und den Schuldenabbau auf nur noch 68 Millionen Euro: „Wir sind richtig konservativ.“ Da Kontinuität erklärtes Ziel ist und der Gewinn steigen soll, dürfte damit auch die Entscheidung für eine Ausschüttung 2013/14 gefallen sein. Im Vorjahr hatte TUI noch 15 Millionen Euro Verlust gemacht, und auch für dieses Jahr erwarteten die meisten Analysten rote Zahlen. Entsprechend sprang der Kurs der TUI-Aktie gestern um 5 Prozent nach oben und lag nach einigen Schwankungen abends mit knapp 4 Prozent im Plus.

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Mit seinem Programm „oneTUI“ will Joussen die Kosten der Holding senken, Altlasten bereinigen und die Rendite im Reisegeschäft steigern. Das verursachte im vergangenen Jahr Einmalkosten, unter anderem für den Stellenabbau in der hannoverschen Zentrale. Rund 100 Menschen arbeiten hier noch für die TUI AG, während der Löwenanteil der konzernweit 75 000 Mitarbeiter der wichtigsten Tochtergesellschaft TUI Travel plc zugeordnet ist. An dem ebenfalls börsennotierten Reiseveranstalter mit Sitz in London hält die TUI AG 56 Prozent. An Spekulationen, wann und wie beide Unternehmen komplett zusammengeführt werden könnten, mochten sich Joussen und TUI-Travel-Chef Peter Long gestern nicht beteiligen. TUI Travel macht den Kern des Konzerns aus und profitierte im abgelaufenen Jahr vom Trend zu teuereren Reisen. So stieg der Umsatz leicht, während die Gästezahl um 3 Prozent schrumpfte.

Insgesamt setzte der Konzern 18,5 Milliarden Euro um, knapp ein Prozent mehr als im Vorjahr. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis stieg um gut 2 Prozent auf 762 Millionen Euro und soll 2015 die Milliardenmarke erreichen. Die Sondereffekte durch den Konzernumbau würden in diesem Jahr deutlich zurückgehen, sagte Finanzvorstand Horst Baier. Obwohl die Buchungen für die Wintersaison zurzeit rückläufig sind, rechnet er mit Umsatzsteigerungen von 2 bis 4 Prozent, der operative Gewinn soll um 6 bis 12 Prozent steigen.

„Das Jahr hat mir viel Spaß gemacht, es konnte sehr viel bewegt werden“, sagte Joussen. Zu den Baustellen gehört noch der Luxus-Kreuzfahrer Hapag Lloyd, der sich unter neuer Führung aber besser entwickele als erwartet. Für mehrere Hotels wird der Verkauf geprüft, und auch die Vielfalt der Marken soll angeglichen werden.

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