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Niedersachsen Frühjahrsbelebung auf dem Jobmarkt
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Frühjahrsbelebung auf dem Jobmarkt
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19:14 29.03.2012
Von Alexander Dahl
Schild zur Arbeitsagentur in Hannover: Die Zahl der Menschen, die den Weg zu der Behörde auf sich nehmen müssen, ist im vergangenen Monat wieder gesunken. Quelle: dpa
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Hannover

Hannover. Ungeachtet der schwächeren Konjunktur und der schwelenden Euro-Krise präsentiert sich Niedersachsens Arbeitsmarkt in glänzender Verfassung: Mit 273525 gemeldeten Arbeitslosen im März und einer Quote von 6,8 Prozent wurde der tiefste Stand seit Frühjahr 1992 erreicht. „Trotz des kritischen Umfeldes haben wir eine sehr stabile Situation bei der Beschäftigung“, sagte Michael Köster, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Niedersachsen, am Donnerstag dieser Zeitung. Im Vergleich zum Vormonat sank die Arbeitslosigkeit um 3,8 Prozent, im Vergleich zum März des vergangenen Jahres sogar um 7 Prozent.

Besonders optimistisch sind die Aussichten für Jobsucher unter 25 Jahren. Von Februar auf März sank die Arbeitslosenzahl in dieser Altersgruppe um 6,2 Prozent, im Vergleich zum März vergangenen Jahres verringerte sie sich um 6 Prozent. Lediglich 5,9 Prozent der unter 25-Jährigen suchen derzeit einen Arbeitsplatz. „Dieser Wert ist so gut wie lange nicht mehr“, betonte Köster. Hintergrund ist, dass bei milder Witterung gerade das Baugewerbe, in dem viele junge Mitarbeiter beschäftigt werden, wieder eingestellt hat. Bei den 55- bis 65-Jährigen liegt die Arbeitslosenquote mit 7,8 Prozent deutlich höher. Weiterhin extrem hoch ist die Zahl der Jobsucher unter Ausländern: Dort liegt die Quote seit Monaten nahezu unverändert bei fast 18 Prozent.

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„Allein im vergangenen Jahr sind rund 83000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden. Das Plus von 3,3 Prozent ist Spitze in Deutschland“, sagte Ministerpräsident David McAllister (CDU). Zu diesem Erfolg hätten Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen beigetragen.

In neun niedersächsischen Landkreisen - fast ausschließlich im Westen - ist die Arbeitslosenquote mittlerweile sogar unter die Marke von 5 Prozent gerutscht. Spitzenreiter ist der Kreis Emsland (3,5 Prozent), gefolgt von Osnabrück (4,0 Prozent) und Vechta (4,0 Prozent). Deutlich schlechter sieht die Lage bei den Schlusslichtern Delmenhorst (11,1 Prozent), Lüchow-Dannenberg (11,2 Prozent) und Wilhelmshaven (12,9 Prozent) aus.

Nach Einschätzung der Regionaldirektion ist auch der demografische Wandel für die Entspannung auf dem Arbeitsmarkt verantwortlich. „Es drängen weniger Jugendliche nach, dafür gehen mehr Ältere in Rente“, erklärte Köster.

Auch deutschlandweit gab es im März bei der Arbeitslosigkeit ein Rekordtief: Mit rund 3,03 Millionen waren so wenige Männer und Frauen arbeitslos wie zuletzt zum Frühjahrsbeginn vor 20 Jahren.