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Niedersachsen Fünf Jahre nach Unglück: Transrapid-Strecke vor dem Aus
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Fünf Jahre nach Unglück: Transrapid-Strecke vor dem Aus
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19:13 22.09.2011
23 Menschen wurden 2006 bei einem Transrapid-Unfall im Emsland getötet. Quelle: dpa
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Lathen

Fünf Jahre nach dem Transrapid-Unglück, bei dem 23 Menschen ums Leben kamen, steht die Teststrecke im Emsland endgültig vor dem Aus. Bei einer Besucherfahrt war es dort am 22. September 2006 zur Katastrophe gekommen: Eine Magnetschwebebahn prallte mit 170 Stundenkilometern auf ein Wartungsfahrzeug. 23 Menschen starben, elf wurden zum Teil schwer verletzt. Die Bahn soll nach Medienberichten endgültig vor dem Aus stehen. Eine Bestätigung war von dem Betreiber IABG zunächst nicht zu erhalten.

Mit einer Kranzniederlegung am Gedenkstein erinnerten am Donnerstag Politiker, Kirchenvertreter und Angehörige der Opfer an das Unglück. Das Datum sei unauslöschlich mit dem Schicksal der Transrapid-Versuchsanlage und der Gemeinde Lathen verbunden, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Weber (CDU) laut Redemanuskript. „Dieser Unfall ist das größte Unglück, das in unserer Gemeinde jemals geschehen ist.“ Vor einer Woche waren auf dem Platz neben dem Gedenkstein zur Erinnerung 23 Bäume gepflanzt worden.

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Der Bürgermeister hofft, dass es im Emsland mit einer Folgetechnologie weitergeht, die auf den Erfahrungen der Magnetschwebebahn aufbaut. „Aus welchen Gründen auch immer sind die Chancen dieses in meinen Augen ökologisch und ökonomisch sinnvollsten Verkehrsmittels der Zukunft nicht genutzt worden, zumindest nicht in unserem Vaterland“, sagte Weber.

Das Ende der Teststrecke ist Medienangaben zufolge endgültig besiegelt. Die Anlage soll nach Informationen des NDR zum Jahresende definitiv geschlossen werden. Dies habe der Chef der Betreibergesellschaft IABG, Rudolf Schwarz, am Rande der Trauerfeier erklärt. Als Grund nannte er fehlende Aufträge der Industrie.

Die restlichen rund 60 Mitarbeiter sollen nach Angaben des NDR zum Jahresende ihren Job verlieren. Was genau vom kommendem Jahr an in Lathen passieren soll, ließ IABG-Chef Schwarz offen. Für einen Rückbau der Strecke gebe es noch keinen Zeitplan.

Für das Unglück waren 2008 zwei frühere Betriebsleiter zu hohen Geldstrafen verurteilt worden. Die beiden verantwortlichen Mitarbeiter des Leitstandes, die versehentlich die Fahrstrecke freigegeben hatten, bekamen im Frühjahr vom Landgericht Osnabrück Haftstrafen auf Bewährung und eine Geldstrafe. Für das Gericht stand fest, dass das Unglück Resultat aus einer Verkettung von organisatorischen und menschlichen Versäumnissen war.

dpa

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