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Niedersachsen Fusion mit Schaeffler unwahrscheinlich - Conti stellt sich auf Alternativen ein
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Fusion mit Schaeffler unwahrscheinlich - Conti stellt sich auf Alternativen ein
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22:27 21.12.2010
Conti prüft derzeit „die denkbaren Optionen“ einer Zusammenarbeit mit Großaktionär Schaeffler. Quelle: Ralf Decker (Archiv)
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Nach einem Bericht des „Manager Magazins“ sollen Berater dem Conti-Vorstand und Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle eröffnet haben, dass ein Zusammenschluss betriebswirtschaftlich keinen Sinn ergebe. Wenn überhaupt, dann müsste Schaeffler sein Autozuliefergeschäft bei den deutlich größeren Hannoveranern einbringen.

„Wir prüfen regelmäßig die denkbaren Optionen, die eine optimale Form der Kombination ermöglichen, weil wir davon überzeugt sind, dass beide Unternehmen davon profitieren werden“, erklärte Conti gestern dazu. „Einen konkreten, mit dem Großaktionär verabredeten Zeitplan“ gebe es allerdings für „eine mögliche Kombination“ noch nicht. Continental ist bekanntlich nicht in der Position, selbstbestimmt über die Zusammenarbeit mit Schaeffler entscheiden zu können. Die Franken halten direkt und über Banken mehr als 75 Prozent der Aktien und könnten Conti damit leicht per Beherrschungsvertrag zum Befehlsempfänger machen. Lediglich eine bei der Übernahme geschlossene Investorenvereinbarung verhindert das derzeit noch.

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So bereiten sich die Hannoveraner auf den Tag X vor, indem Szenarien durchgespielt und durchgerechnet werden. Sie wollen Stellung beziehen können, wenn es zum Schwur kommt. Die hochkarätige Beraterschar, die die Konzernspitze dabei unterstützt, hat nun offenbar dieselben Argumente vorgelegt, die man in Hannover schon seit der barschen Ablehnung der Übernahme durch den damaligen Conti-Chef Manfred Wennemer kannte: Betriebswirtschaftlich bringt eine Fusion keine Vorteile, die sich nicht auch ohne Zusammenschluss erzielen ließen. Schon heute entwickeln und produzieren beide Konzerne zusammen, die Spareffekte aus dem gemeinsamen Einkauf erzielen sie ebenfalls schon jetzt.

Zudem fordern die Berater, Schaeffler sollte seinen Conti-Anteil auf 35 Prozent reduzieren. Die Familie wäre dann einen Großteil ihrer Schulden los, und Conti wieder ein Kandidat für den Deutschen Aktienindex, was weitere Kursgewinne mit sich bringen könnte – was wiederum Schaeffler nutzen würde. Falls aber die Franken partout einen Zusammenschluss wollten, sei der praktikabelste Weg, ihr Autozuliefergeschäft bei Conti einzubringen. Wie dieses Geschäft zweier hochverschuldeter Konzerne abgewickelt werden soll, steht dabei in den Sternen.

Lars Ruzic

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