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Niedersachsen Reinigungsfirma Deutsche R+S hat Insolvenz angemeldet
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Reinigungsfirma Deutsche R+S hat Insolvenz angemeldet
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00:19 11.04.2019
Die Zentrale von R+S befindet sich in Hannover nahe der Messe. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Der hannoversche Gebäudedienstleister Deutsche R+S ist insolvent. Rund 2430 Mitarbeiter des auf Reinigungs- und Sicherheitsdienste spezialisierten Unternehmens erhalten ab sofort Insolvenzgeld, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Justus von Buchwaldt von der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff am Montag mitteilte. Der Geschäftsbetrieb laufe „uneingeschränkt weiter“, betonte er. Das Unternehmen werde seine Verträge erfüllen und auch neue Aufträge annehmen.

Die Geschäftsführung habe in der vergangenen Woche einen Insolvenzantrag gestellt, „nachdem das Unternehmen die Bedingungen der Banken für die Verlängerung bestehender Kreditlinien nicht rechtzeitig erfüllen konnte“, erklärte von Buchwaldt. Näheres zu den Gründen für die Insolvenz wollten auf Anfrage weder er noch Deutsche R+S selbst sagen.

Eine Sprecherin des Verwalters betonte lediglich, die Insolvenz habe „mit dem operativen Geschäft nichts zu tun“. Das Unternehmen habe ein funktionierendes Geschäftsmodell und langfristige Dienstleistungsverträge. „Das ist eine sehr gute Ausgangsbasis für die erfolgreiche Sanierung.“

Das Insolvenzgeld wird von der Bundesagentur für Arbeit finanziert und drei Monate lang gezahlt. Die Beschäftigten erhalten dadurch ihr übliches Netto-Einkommen. Das Unternehmen soll dadurch entlastet werden und sich neu aufstellen können. In drei Monaten werde Deutsche R+S die Gehälter „voraussichtlich und hoffentlich“ wieder selbst zahlen können, sagte die Sprecherin des vorläufigen Insolvenzverwalters.

Der Leiter der Gewerkschaft IG BAU im Bezirk Niedersachsen-Mitte, Eckhard Stoermer, rief die betroffenen Beschäftigten dazu auf, „Rücksprache mit uns zu halten, bevor sie irgendetwas unterschreiben“. Grundsätzlich sei die Auftragslage im Dienstleistungsbereich gut, erklärte er. Deutsche R+S könnte sich allerdings verkalkuliert haben, mutmaßte er. „Oft bieten Unternehmen zu Preisen an, mit denen sie ihre Kosten nicht decken können.“

Deutsche R+S blickt auf eine lange Geschichte zurück: Das Familienunternehmen wurde bereits 1912 gegründet. Mittlerweile betreibt die R+S-Gruppe bundesweit zwölf Niederlassungen mit insgesamt 3800 Mitarbeitern und einem Gesamtumsatz von rund 70 Millionen Euro. Mit eingerechnet sind dabei auch Tochterunternehmen mit Schwerpunkt auf Dienstleistungen für Krankenhäuser, die von der Insolvenz nicht betroffen sind. „Wir werden alles daran setzen, dass es auch dabei bleibt,“ betonte von Buchwaldt.

Von Christian Wölbert

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