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Niedersachsen Getreide wird wieder teurer
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10:11 03.12.2013
Von Carola Böse-Fischer
Die Ernte ist eingebracht, die meisten Felder haben die Landwirte bereits für die nächste Saison bestellt. Quelle: dpa
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Algermissen

Mit rund 6,4 Millionen Tonnen fiel die Ernte nach Angaben des Landesbetriebs für Statistik in Hannover um 16,7 Prozent höher aus als in der vorigen Saison. Bundesweit stieg die Menge jüngsten Schätzungen zufolge nur um knapp 4 Prozent auf 46,8 Millionen Tonnen. Allerdings relativiere sich die überproportionale Zunahme in Niedersachsen, weil die Getreideernte im Vorjahr wegen der starken Frostschäden hier besonders schlecht gewesen sei, erklärte Konrad Weiterer, Vorsitzender des privaten Agrargewerbes Niedersachsen (agw). Profitiert hätten Ackerbauern auf leichten, trockenen Standorten wie in der Heide – ihnen habe der Dauerregen eine „sehr gute Ernte“ beschert.

Weil in anderen Anbauregionen wie den USA und Osteuropa diesmal große Wetterkapriolen ausblieben, wächst die Getreideproduktion laut Weiterer derzeit weltweit stärker als der Verbrauch. Auch in der gesamten EU sei die Erntemenge von 273 auf rund 300 Millionen Tonnen gestiegen. Daher könnten die Bestände wieder deutlich aufgebaut werden.

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Dadurch seien jedoch die Preise an den Agrarbörsen in Chicago und an der Pariser Matif, an der sich der heimische Landhandel orientiert, unter Druck geraten, sagte Weiterer. Im August habe die Tonne Weizen mit 183 Euro ihren Tiefpunkt in Europa erreicht. Seither zögen die Preise wieder an. Inzwischen werde Weizen – das wichtigste Getreide von Europas Bauern – mit etwa 207 Euro je Tonne an der Matif gehandelt.

Den wesentlichen Grund für die Trendwende bei den Preisen sieht der agw-Vorsitzende vor allem in der „starken Nachfrage“ in Nordafrika, dem Iran und Saudi-Arabien. Wegen der hohen Getreidepreise im vergangenen Jahr hätten die Kunden in diesen Ländern zunächst ihre Lager geräumt und sich mit Einkäufen zurückgehalten. „Jetzt füllen sie ihre Bestände zu günstigeren Preisen wieder auf.“ Und sie bevorzugten deutschen Weizen wegen seiner guten Qualität. „Wir haben noch nie so viel exportiert wie zurzeit.“ Insgesamt rechnet Weiterer mit einem Export von 5 Millionen Tonnen allein aus deutscher Produktion, verglichen mit 2,8 Millionen Tonnen im Vorjahr.

Die heimischen Landwirte haben darauf bereits reagiert: Mit ihren Vermarktern – Landhandel und Genossenschaften – schlossen sie rasch Verträge für neue Ernte ab, um sich die anziehenden Preise zu sichern, wie Weiterer erklärte. Zwar seien die Weizennotierungen immer noch um rund 60 Euro je Tonne niedriger als vor einem Jahr. Dennoch sei die Hälfte der neuen Ernte schon „vertraglich verkauft“. Der sogenannte physische Preis, den die Bauern für ihr Getreide bekommen, liegt laut Weiterer um etwa 20 Euro je Tonne unter der Börsennotierung, also derzeit bei etwa 187 Euro.

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