Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Gewerkschaft: Abbau bei InBev Gier der Manager
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Gewerkschaft: Abbau bei InBev Gier der Manager
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:53 08.01.2010
Knapp hundert Beschäftigte der Gilde Brauerei, bei einem zweistündigen Warnstreik vor der Traditionsbrauerei an der Hildesheimer Strasse im April 2009.
Knapp hundert Beschäftigte der Gilde Brauerei, bei einem zweistündigen Warnstreik vor der Traditionsbrauerei an der Hildesheimer Strasse im April 2009. Quelle: Rainer Dröse (Archiv)
Anzeige

Nach der Ankündigung vom Brauereikonzern InBev weitere Stellen, darunter 41 in Hannover, zu streichen, regt sich Protest. InBev Deutschland sei ein „hochprofitables Unternehmen und habe auch in 2009 Gewinne im zweistelligen Millionenbereich gemacht. „Einzige Antriebsfeder für die Manager ist die weitere Steigerung des Profits und vor allem auch der eigenen Boni“, kritisierte der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), Region Bremen-Weser-Elbe, Dieter Nickel.

Für Günter Schäfer vom Betriebsrat der zum Konzern gehörenden Bremer Brauerei Beck & Co sind die Pläne „völlig unverständlich“. „Wir haben so viel zu tun und sogar Urlaubssperre.“ Zugleich kritisierte Schäfer, dass die Geschäftsleitung „nicht richtig offiziell informiert“ habe. „Es gibt nur eine Mitarbeiterinformation.“

Gemeinsam mit der NGG und den Betriebsräten der betroffenen Standorte solle jetzt das weitere Vorgehen abgestimmt werden, sagte Schäfer. „Wir haben ein deutsches Problem, da muss das Verfahren geordnet und strukturiert werden.“ Die InBev-Geschäftsleitung sei von der Gewerkschaft am kommenden Dienstag zu einem Gespräch in die NGG-Hauptverwaltung in Hamburg eingeladen.

Mutterkonzern Inbev hat am Donnerstag angekündigt, im laufenden Jahr auch in Hannover weitere 41 von gut 130 Stellen zu streichen. Zur Begründung heißt es, der bundesweite Biermarkt sei besonders in der Gastronomie rückläufig. Außerdem tobe ein extremer Preiskampf. „Um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, brauchen wir schlankere Strukturen“, erklärt ein Konzernsprecher.

Bei Hasseröder in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) sollen 35 und am Münchner Standort sollen Arbeitsplätze gestrichen werden.

lni/se

Margit Kautenburger 07.01.2010
Lars Ruzic 07.01.2010