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Niedersachsen Zahl der Firmengründungen steigt
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Zahl der Firmengründungen steigt
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20:27 26.05.2015
Die meisten Gründer gehen in den Metropolen an den Start: Vor allem in den Bereichen Softwareengineering und Unternehmensberatung sind die Zahlen gestiegen. Quelle: Frank Rumpenhorst
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Hannover

Der Anstieg geht vor allem auf das Konto von Freiberuflern aus Bereichen wie Unternehmensberatung, Coaching oder Softwareengineering. Im gewerblichen Bereich gingen hingegen weniger neue Firmen an den Start. „Das erneute Plus bei den Gründungen ist eine gute Nachricht für die deutsche Volkswirtschaft“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Durch Neugründungen seien zuletzt 745 000 Vollzeitjobs entstanden.

Gemessen an der Einwohnerzahl gehen die meisten Gründer in Metropolen an den Start. Im vergangenen Jahr konnten die Hansestädte Hamburg und Bremen zwar etwas aufholen, Berlin bleibt mit einer Gründerquote von 2,6 Prozent (Anteil an der Bevölkerung im Alter zwischen 18 und 64 Jahren) aber weiter unangefochten auf Platz eins aller Länder.

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Schlechter als Niedersachsen mit einer Quote von 1,47 Prozent schneiden nur das Saarland und die ostdeutschen Länder ab. Als Erklärung verweist die KfW auf die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen. Großstädte seien traditionell im Handel und bei Dienstleistungen stark - in diesen Sektoren sei die Selbstständigkeit stärker verbreitet als anderswo. In Regionen, die von der Industrie geprägt sind, gebe es hingegen weniger Anreize für die Gründung eines eigenen Unternehmens: Wer in einem Großbetrieb einen sicheren Job habe, opfere diesen eher ungern für den Schritt in die Selbstständigkeit.

Traditionell starten in Deutschland die meisten Gründer mit neuen Unternehmen am Markt. Auch 2014 machten sich drei von vier Existenzgründern selbstständig, indem sie ein neues Unternehmen eröffneten. Eine Beteiligung an einem bestehenden Unternehmen war nur für 16 Prozent, die Übernahme einer etablierten Firma sogar nur für 8 Prozent der Gründer der gewählte Weg.

Nach Angaben der KfW steigt die Zahl derer, die sich aus freien Stücken für die Gründung eines Unternehmens entscheiden, weil sie eine konkrete Marktlücke sehen. Knapp jeder dritte Gründer entscheidet sich notgedrungen für die Selbstständigkeit, weil er keine bessere Erwerbsalternative sieht: Jeder siebte Unternehmensgründer war vorher ohne Job.

Hier hat der Gesetzgeber die Hürden inzwischen auch höher gelegt. Seit dem Jahr 2013 müssen potenzielle „Notgründer“ zum einen eine längere Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld nachweisen, zum anderen ist der sogenannte Gründerzuschuss für die Arbeitsagenturen von der Pflicht- zu einer Ermessensleistung geworden - die Vermittler können Arbeitslosen also auch eine feste Stelle anbieten. In Niedersachsen ist die Zahl der Gründerzuschüsse nach Angaben der Regionaldirektion von 2012 bis 2014 von knapp 10 000 Fällen auf rund 2000 gesunken.

Von Jens Heitmann und Harald Schmidt

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