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Niedersachsen Gute Chancen für Harzer Grauhof
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21:24 16.02.2012
Von Carola Böse-Fischer
Der Getränkehersteller Harzer Grauhofhat gute Chancen gerettet zu werden. Quelle: dpa
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Hannover

Für den insolventen Harzer Grauhof gibt es eine Reihe von Interessenten, die den Mineralwasserhersteller übernehmen wollen. Allerdings hat sich der Gläubigerausschuss noch nicht auf einen Investor einigen können, wie der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Berthold Brinkmann von der Hamburger Kanzlei Brinkmann & Partner sagte. Die Gespräche mit den potenziellen Käufern liefen daher weiter.

Darunter soll das Unternehmen mit Sitz in Goslar, dessen Betrieb unverändert weiter läuft, allerdings nicht leiden. Deshalb treibt der Insolvenzverwalter die Sanierung des Brunnens selbst voran. Anfang nächsten Monats werde mit der Modernisierung begonnen, berichtete Brinkmann. Als wichtigste Aufgabe nannte er die Reparatur der Abfüllanlagen, damit das Unternehmen für den nachfragestarken Sommer gut gerüstet sei. Die Finanzierung dafür „ist gesichert“.

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Ende Oktober hatte die Harzer Grauhof Brunnen GmbH die vorläufige Insolvenz beantragt – auf Betreiben des neuen Eigentümers Thomas Rabe, der derzeit die Geschäftsführung inne hat. Einige Wochen zuvor hatte er das Unternehmen von dem Finanzinvestor Triacon Private Equitiy erworben, der vor allem im Immobiliengeschäft tätig ist und unter anderem einen Standort in Braunschweig hat.

Rabe habe sich zu dieser Maßnahme gezwungen gesehen, hieß es damals. Grund sei die dringend notwendige Wartung der Produktions- und Abfüllanlagen, die von Rabe auf eine halbe Million Euro veranschlagt wurde. Um festzustellen, ob sich die Investition rechne, sei die vorläufige Insolvenz beantragt worden. Seit dem Jahresende läuft ein reguläres Insolvenzverfahren.

Die Chancen für Grauhof schätzt der Insolvenzverwalter als gut ein. Das Geschäft läuft, wie Brinkmann sagte. Der Absatz liege voll im Plan. Die Kunden, vor allem der Getränkefachgroßhandel und der Lebensmitteleinzelhandel, stünden zu dem Unternehmen. Die Nachfrage sei so gut, dass Grauhof sogar noch mehr Mineralwasser und Limonaden sowie Fruchtsaftschorlen produzieren und verkaufen könne. Alle Grauhof-Interessenten sind laut Brinkmann willens, die Kapazitäten noch stärker auszulasten. Derzeit wird im Zweischichtbetrieb produziert.

Die 54 Mitarbeiter müssen mithin nicht um ihre Arbeitsplätze bangen. Sie haben in den vergangenen Jahren schon Höhen und Tiefen beim Harzer  Grauhof erlebt. 1974 kam die Regionalmarke zum weltgrößten Nahrungsmittelkonzern Nestlé. Damals wurde noch mit 176 Millionen Flaschen ein Spitzenabsatz erzielt. Doch der Konzern verlor schon bald das Interesse, weil er mit Marken wie San Pellegrino oder Perrier lieber international expandierte. Deshalb steckte Nestlé kaum noch Geld in die einst starke Regionalmarke – und mit dem Harzer Grauhof ging es stetig bergab. 2008 stieg dann Triacon ein.

Im vergangenen Jahr setzte Grauhof nach Angaben von Brinkmann etwa 60 Millionen Flaschen ab, verglichen mit 2010 war das immerhin ein Plus von knapp 10 Prozent. Der Umsatz legte von 11,7 auf 12,3 Millionen Euro zu. Grauhof sei ein „kleines, gut aufgestelltes Unternehmen“, erklärte der Insolvenzverwalter. Die Probleme habe es nur, weil die früheren Eigentümer „nichts gemacht“ hätten.

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