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Niedersachsen Handwerker merken nichts von Krise: Das Geschäft brummt auch 2019
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Handwerker merken nichts von Krise: Das Geschäft brummt auch 2019
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00:21 18.04.2019
Baustelle in Hamburg: Die Politik will mehr Sozialwohnungen bauen – davon werden auch Handwerker profitieren. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
Hannover

Wer in Niedersachsen einen Handwerker sucht, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen: Die ohnehin hohe Zahl der Aufträge ist im Vergleich zum Vorjahr noch einmal angestiegen, wie aus dem neuen Konjunkturbericht der Handwerkskammer Hannover hervorgeht. „Die Lage ist besser als in der Gesamtwirtschaft“, betonte Kammerpräsident Karl-Wilhelm Steinmann am Montag bei der Vorstellung des Berichts.

Die Auslastung der Betriebe liegt demnach auf einem neuen Höchststand. Die Kapazitäten werden zu 84 Prozent ausgeschöpft, vor einem Jahr waren es noch 79 Prozent. Überdurchschnittlich gefragt sind Bau- und Ausbauhandwerker wie Maurer, Elektrotechniker, Klempner oder Maler. „Ich habe Zeiten erlebt, in der wir unsere Aufträge mit einer Woche Vorlauf erhalten haben. Jetzt sind es Monate“, sagte Steinmann über sein eigenes Bauunternehmen.

Auch für den Rest des Jahres erwartet der Kammerpräsident gute Geschäfte. Von Eintrübungen sei im Handwerk nichts zu spüren, trotz der Abkühlung der allgemeinen Konjunktur. Die deutsche Wirtschaft war im zweiten Halbjahr 2018 insgesamt leicht geschrumpft, vor allem aufgrund von Problemen der Autobauer. Für 2019 erwarten Experten nur ein minimales Wirtschaftswachstum.

Für eine weiterhin hohe Auslastung im Handwerk dürften auch die Pläne der Politik sorgen, den Wohnungsbau wieder stärker zu fördern. Allein in Niedersachsen sollen bis 2030 mindestens 40.000 Sozialwohnungen gebaut werden, wie die niedersächsische Landesregierung vor Kurzem ankündigte. Sie will dafür mehrere hundert Millionen Euro bereitstellen.

Prämie für Gründer

Aus Sicht von Handwerkspräsident Steinmann muss die Politik aber auch die strengen Bauvorschriften hinterfragen. „Die technischen Standards dürfen nicht weiter in die Höhe schießen“, forderte er. Bauen werde zum Beispiel durch dickere Dämmungen komplizierter und teurer – der energetische Effekt bleibe jedoch überschaubar.

Zufrieden zeigte sich Steinmann hingegen mit den Plänen der niedersächsischen Landesregierung, eine sogenannte Meistergründungsprämie einzuführen. Dabei handelt es sich um einen Zuschuss für Handwerker, die ein Unternehmen gründen oder übernehmen. Wie hoch dieser ausfallen wird, steht noch nicht fest. Das Wirtschaftsministerium erklärte auf Anfrage nur, dass Gründungen und Übernahmen „voraussichtlich mit einem Festbetrag aus EU-Mitteln gefördert werden“. Ziel sei, die Zahl der Betriebe zu sichern und zu erhöhen.

Die Kammern wünschen sich jedenfalls eine Summe von 10.000 Euro. In einigen Bundesländern gibt es die Prämie schon – die Summen liegen dort zwischen 7500 und 15.000 Euro. Niedersachsen zahlt Handwerkern außerdem bereits jetzt eine Prämie in Höhe von 4000 Euro, wenn sie ihre Meisterprüfung schaffen.

Steinmann lobte auch die Pläne der großen Koalition in Berlin, die Meisterpflicht im Handwerk wieder auszuweiten. 2004 hatte die Politik die Pflicht in mehr als 50 Berufen abgeschafft – seitdem brauchen zum Beispiel Fliesenleger keine besondere Qualifikation mehr zur Betriebsgründung. Anfang April hatten CDU/CSU und SPD angekündigt, zu prüfen, für welche Gewerke die Pflicht wieder eingeführt werden kann.

Von Christian Wölbert

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