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Niedersachsen „Die Regierung liefert zu wenig“
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer in Hannover: Die große Koalition in Berlin liefert zu wenig.

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00:19 10.06.2019
„Ein Handwerker wie aus dem Bilderbuch“: ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer (r.) ehrt den hannoverschen Kammerpräsidenten Karl-Wilhelm Steinmann. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Im Handwerk wächst die Unzufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung. „Das, was die große Koalition bislang geliefert hat, ist zu wenig“, sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, am Freitag beim Sommerfest der Handwerkskammer Hannover. In vielen Fällen bewege sich die Koalition sogar in die falsche Richtung.

Als Beispiel nannte Wollseifer den geplanten Mindestlohn für Auszubildende. Vom nächsten Jahr an soll den Lehrlingen eine Mindestvergütung von 515 Euro pro Monat im ersten Ausbildungsjahr zustehen, die sich bis 2023 in zwei Schritten auf 620 Euro erhöht. Darüber hinaus plant die Bundesregierung eine Staffelung der Mindestbezüge im zweiten und dritten Lehrjahr „Unsere Betriebe wollen gutes Geld zahlen, um junge Leute zu finden und zu binden“, sagte Wollseifer. Es sei aber Sache der Tarifpartner, dies konkret auszuloten: „Der Staat darf nicht alle Branchen und alle Regionen über einen Kamm scheren.“

Unzufrieden ist man im Handwerk auch wegen der vor 15 Jahren erfolgten Abschaffung der Meisterpflicht in 53 Gewerken. In ihrem Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD darauf verständigt, dass der „Meisterbrief erhalten und verteidigt“ werden solle. Was das konkret heißen könnte, soll bei Anhörungen mit den Verbänden noch vor der Sommerpause erörtert werden. „Wir kämpfen dafür, dass die Meisterpflicht in möglichst vielen Gewerken wieder eingeführt wird“, sagte Wollseifer.

Höchste Auszeichnung für Steinmann

Aus dem Handwerk kommt aber auch Lob für die Politik – zumindest für die auf Landesebene. Niedersachsen sei mit der seit zwei Jahren ausgezahlten Prämie von 4000 Euro für Handwerker, die ihre Meisterprüfung bestehen, „ein Vorbild“, sagte Wollseifer. Die Einführung der Meisterprämie wertet Wollseifer auch als „persönlichen Verdienst“ des hannoverschen Handwerkskammerpräsidenten Karl-Wilhelm Steinmann, der seit fünf Jahren im Amt ist und auch der Landesvertretung der Handwerkskammern in Niedersachsen vorsteht. Steinmann verfolge die Vorgänge in der Politik „nicht von der Zuschauertribüne“, sondern setze sich auch aktiv für konkrete Veränderungen ein. Steinmann sei ein „Handwerker wie aus dem Bilderbuch“, sagte Wollseifer. Als Anerkennung erhielt Steinmann vom ZDH das Handwerkszeichen in Gold – die höchste Auszeichnung im deutschen Handwerk.

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Von Jens Heitmann

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