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Niedersachsen Aussteller ziehen positives Fazit
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00:16 08.04.2019
Besucher verlassen durch den südlichen Eingang das Messegelände. Quelle: dpa
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Hannover

Nachdem die deutsche Industrie zuletzt einen Auftragseinbruch hinnehmen musste, haben die Aussteller auf der Hannover Messe wieder neuen Mut geschöpft. „Wir gehen mit großer Zufriedenheit und immer noch optimistisch in die nächsten Monate“, sagte der Chef des Mannheimer Elektronikspezialisten Pepperl + Fuchs, Gunther Kegel, am Freitag zum Abschluss der Veranstaltung im Namen des Ausstellerbeirates. „Wir haben noch keinen Grund zur Klage, aber zur Sorge.“

Zum Jahresauftakt ist der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe deutlich zurückgegangen. Im Februar betrug das Minus im Vergleich um Vormonat 4,2 Prozent – das war der stärkste Einbruch seit Anfang 2017. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Rückgang sogar 8,4 Prozent. Im Januar waren dem Statistischen Bundesamt zufolge im Durchschnitt 2,1 Prozent weniger Bestellungen hereingekommen. Als Ausschlaggebend dafür gilt insbesondere die geringere Nachfrage nach deutschen Produkten aus dem Ausland – insbesondere aus China.

VDMA ist skeptisch

Auch wegen der Handelsstreitigkeiten mit den USA fürchten Volkswirte einen Abschwung in der Volksrepublik. „Die Konjunktur im Maschinenbau trübt sich ein“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VDMA, Thilo Brodtmann. Bei Pepperl + Fuchs hält man solche Warnungen für überzogen. Das vergleichsweise hohe Auftragsminus sei auch darauf zurückzuführen, das in China während des zweiwöchigen Neujahrsfestes im Februar in vielen Fabriken heruntergefahren wurden, sagte Unternehmenschef Kegel. Im März sei die Nachfrage wieder stark gestiegen: „An diese volatile Umgebung werden wir uns gewöhnen müssen.“

Diesen verhaltenen Optimismus teilt die große Mehrheit der rund 6500 Aussteller der Messe. Laut einer Umfrage blicken drei Viertel der in Hannover vertretenen Firmen zuversichtlich in die nahe Zukunft, vier Fünftel sehen sich für die kommenden Herausforderungen gut gewappnet. Auch die 160 Aussteller aus dem diesjährigen Partnerland Schweden seien mit dem Verlauf der Industrieschau sehr zufrieden, sagte Botschafter Per Thöresson: „Das war eine tolle Woche.“

Nach Angaben der Deutschen Messe AG kamen 215.000 Besucher auf das Gelände – und damit in etwa so viele wie bei der Veranstaltung vor zwei Jahren, die vom Turnus her vergleichbar ist. Das zeige, „dass sie die international wichtigste Plattform für alle Technologien rund um die industrielle Transformation ist", sagte Messe-Chef Jochen Köckler. Nahezu 40 Prozent der Besucher kamen aus dem Ausland – an der Spitze lag erneut China mit 7200 Gästen, gefolgt von der Niederlande (5900), Italien und den USA (jeweils 3400). Aus Schweden kamen 2600 Besucher. Im nächsten Jahr ist Indonesien Partnerland der Messe.

Unterstützung für Umbau

Unterstützung bekommen die Veranstalter für die geplante Neuausrichtung der Industrieschau. Mit künftig sieben Ausstellungsbereichen wollen die Messemacher die Weichen für weiteres Wachstum in den Kernsegmenten Industrie, Energie und Logistik stellen. Die Belegung der Hallen soll sich künftig stärker am Interesse der Besucher und an deren Laufwegen ausrichten. Davon erhofft sich die Deutsche Messe ein Wachstum von 20 Prozent bei der vermieteten Ausstellungsfläche und bei der Zahl der Gäste. Aktuell belegt die Industrieschau etwa 250.000 Quadratmeter.

„Natürlich wünschen sich alle Aussteller mehr Besucher“, sagte Pepperl+Fuchs-Chef Kegel. Insbesondere am ersten und am letzten Messetag dürfe der Andrang auf dem Gelände gern größer sein: „Da gibt es noch „Optimierungsbedarf.“ Auch mit dem unterschiedlich starken Interesse an einzelnen Hallen hadern manche Unternehmen – die Messe arbeite hier an einem veränderten Mix, sagte Messe-Chef Köckler.

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Von Jens Heitmann

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