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Niedersachsen Hannover Rück trotzt dem Marktrend
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Hannover Rück trotzt dem Marktrend
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19:27 04.02.2015
Von Albrecht Scheuermann
Peilt ein höheres Ergebnis für 2015: Der Versicherungskonzern Hannover Rück. Quelle: dpa/Archiv
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Hannover

Für das vergangene Jahr lag das Ziel bei 850 Millionen Euro. Wie große der Gewinn tatsächlich ausgefallen ist, könne man noch nicht sagen, erklärte eine Hannover-Rück-Sprecherin.

Mit den jüngsten Geschäftsabschlüssen zeigte sich Konzernchef Ulrich Wallin vor dem Hintergrund der schwierigen Marktbedingungen zufrieden. Traditionell werden zum 1. Januar etwa zwei Drittel der mit den Versicherungen abgeschlossenen Verträge erneuert. Die dabei erzielten Konditionen sind ein wichtiger Faktor für die zu erwartenden Geschäftsergebnisse. „Der Preisverfall war in vielen Märkten im Vergleich zum Vorjahr deutlich, Gleichwohl konnten wir dank usneres guten Ratings und langjärhiger Kundenbeziehungen recht gute Ergebnisse erzielen“, erklärte der Chef des drittgrößten Rückversicherers der Welt. Seine Kunden sind die Versicherungsunternehmen, die auf diesem Weg einen Teil ihrer Risiken - und ihrer Prämien - weiterreichen können.

Dass die Preise in der Rückversicherung sinken, hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Kapital von anderen Großinvestoren wie zum Beispiel Fonds in diesen Markt strömt. Sie sind angesichts der äußerst niedrigen Zinsen für Staats- und Unternehmensanleihen verstärkt auf der Suche nach Anlagealternativen. Zusätzlich leiden die Prämien unter dem Ausbleiben von Großschäden. Da sich deshalb die finanzielle Situation der Versicherer verbessert, können sie einen größeren Teil ihrer Schäden selber tragen - und fragen deshalb weniger Rückversicherungsschutz nach.

Eine Ausnahme vom günstigen Schadentrend gab es im vergangenen Jahr allerdings: Erstmals seit längerer Zeit schlugen wieder Luftfahrtschäden stark zu Buche. So war die Hannover Rück an den Abstürzen von Flugzeugen der Malaysia Airlines im Indischen Ozean beziehungsweise über der Ostukraine sowie einer Maschine der Air Asia in Indonesien beteiligt. Den größten Luftfahrtschaden gab es jedoch am Boden. Dem Bürgerkrieg in Libyen fiel fast die gesamt Zivilflugzeugflotte des Landes auf dem Flughafen in Tripolis zum Opfer. Allein für die Hannover Rück dürfte der Schaden nach Angaben der Sprecheirn „einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag“ erreichen.

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