Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Hannover will den Crafter zurück
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Hannover will den Crafter zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:28 12.06.2012
Von Lars Ruzic
Wenn selbst produzieren, dann in Hannover: VWN macht sich für den Crafter stark.
Anzeige
Hannover

Das forderte Betriebsratschef Thomas Zwiebler am Dienstag vor 6000 Beschäftigten bei einer Betriebsversammlung. „Der VWN-Vorstand sollte sich schleunigst um dieses Modell bewerben“, so Zwiebler. Es müsse noch in die kommende Fünfjahresplanung einbezogen werden, die der Aufsichtsrat im Herbst beschließt.

Hannover hatte jahrelang den Crafter-Vorgänger LT gebaut. Aus Kostengründen war die Produktion jedoch an Daimler abgegeben worden. Heute läuft der VW Crafter im Düsseldorfer Daimler-Werk gemeinsam mit dem Mercedes Sprinter vom Band. Diese Kooperation endet allerdings 2016 – und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat unlängst deutlich gemacht, dass ihm wenig an einer Verlängerung liegt. „Ich bin überzeugt, das machen MAN und VW viel besser, ohne dass man den Wettbewerber reicher macht“, sagte er auf der Hauptversammlung der VW-Tochter MAN Ende April.

Anzeige

Hieran will Zwiebler nun anknüpfen, zumal er damit eine mittelfristig drohende Auslastungslücke in Hannover schließen könnte. Derzeit hat das Werk in Stöcken mit seinen 13 000 Mitarbeitern zwar gut zu tun. Denn es baut den Transporter T5 und steht vor dem Produktionsstart des Pick-ups Amarok. Hinzu kommen die Karossen für den Porsche Panamera, die im Leipziger Porsche-Werk endmontiert werden. Doch dieser Auftrag droht 2015 wegzufallen, da Porsche die Leipziger Fabrik gerade zum kompletten Autowerk erweitert und seine Karossen künftig selbst fertigen könnte. „Es kann nicht sein, dass man den Panamera hier abzieht – und wir haben keinen Ersatz“, so der Betriebsratschef. An dem Porsche-Modell hängen in Hannover rund 800 Jobs.

Vor wenigen Tagen hatte Volkswagen die Töchter MAN, Scania und VWN in einem Nutzfahrzeugressort gebündelt. Gleichwohl bleibe die Marke VWN eigenständig, betonte gestern Konzernchef Martin Winterkorn bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg – „mit eigenem Vorstandsteam, eigener Verwaltung und Entwicklung sowie mit eigener Produktion und eigenem Vertrieb“. Künftig werde auch die VWN-Führungsspitze wieder komplett den Rang eines Markenvorstands haben. Zwiebler sieht in der engen Zusammenarbeit mit Scania und MAN eine „Chance, VWN langfristig am Markt noch besser zu positionieren“.