Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Hannoveraner baut kompaktestes Klapprad der Welt
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Hannoveraner baut kompaktestes Klapprad der Welt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 29.08.2016
Von Stefan Winter
„Das ist urbane Mobilität“: Karsten Bettin hat mit dem kleinen Kwiggle große Pläne. Foto: Sellnau
Hannover

Man sieht dem Kwiggle seine Herkunft nicht direkt an - das Rädchen leitet sich sozusagen aus der Tour de France ab. Sein Schöpfer Karsten Bettin saß 2009 vor dem Fernseher, als ihn eine schwerwiegende Frage überkam: Warum tun die sich am Berg so schwer, im Stehen zu fahren? Fortan machte der Maschinenbauer den täglichen Arbeitsweg durch die hannoversche Südstadt zum Testparcours und begann irgendwann, ein Rad zu zeichnen, das im Stehen zu fahren ist - „im Sitzen tut ja immer irgendwas weh“.

Nächste Woche steht ein halbes Dutzend Kwiggles auf der Messe Euro­bike, und man fährt wirklich im Stehen, aber das ist fast schon die Randnotiz. In der Entwicklung ergab sich nämlich schnell eine sehr kompakte Geometrie, und Bettin, damals bei den Stadtwerken Hannover beschäftigt, hatte ein neues Ziel: Das kleinste und leichteste Faltrad auf dem Markt wollte er bauen, es sollte als Handgepäck mitfliegen können.

Das ist gelungen. Der Tüftler kurvt über den Hof, klappt sein Werk mit ein paar Handgriffen zusammen und hängt es sich in der Tragetasche über die Schulter - acht Kilogramm sind die Grenze für Handgepäck. Wer sich aufs Rad setzt, ist erst irritiert vom kurzen Radstand, der aufrechten Haltung und einem Sattel, der auf seinem Ausleger seitlich hin und her schwingt. Bettin kann den Sinn physiologisch erklären, und nach der ersten Gewöhnung gibt man ihm recht: Es flaniert sich entspannt und flott auf dem Rad.

Längst ist Kwiggle mehr als ein Spleen. Ein erstes Exemplar erntete auf der Eurobike bereits internationale Resonanz, aus Asien kamen Fragen nach der Eignung für Berufspendler - für die Fahrt von der Wohnung zum Bahnhof und danach weiter ins Büro. Oder für Städtetouristen auf dem Wochenendtrip. Die Straßen seien katastrophal überfüllt, sagt der Ingenieur, das sei mit noch mehr Straßen nicht zu lösen. Aus dem Stehrad ist ein Konzept für innerstädtischen Verkehr geworden.

Mit der Eurobike wird es endgültig ernst für Bettin. Seinen Job hat er aufgegeben, allein die fünf internationalen Patente haben eine sechsstellige Summe gekostet. Stimmt die Resonanz, will er den Produktionsanlauf über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanzieren. Rund 1000 Bestellungen sollten es fürs Erste sein, etwa 1500 Euro wird das Rad kosten. Teilelieferanten sind in aller Welt gefunden, was nicht einfach war - die kompliziert geformte Hinterradschwinge aus Aluminium traute sich nur ein Betrieb in Norditalien zu. Montiert werden sollen die Kwiggles dann in Hannover. Der älteste Sohn sehe nur ein Nischenprodukt, sagt Bettin, aber: „Nee, das ist urbane Mobilität.“

Der VW-Betriebsrat hat sich Gedanken gemacht, wie der Autokonzern nach der Abgaskrise Sparkurs und Innovationsdruck vereinen kann. Konsequenzen regt der Betriebsrat auch nach dem jüngst befriedeten Zuliefererstreit an: VW solle sich an Zulieferern beteiligen.

26.08.2016

Anders als in Deutschland fürchtet Volkswagen in Brasilien durch den ungelösten Streit mit Zulieferfirmen weitere Produktionsausfälle. Insgesamt 130.000 Wagen hatte der Konzern nicht herstellen können.

25.08.2016

Die Norddeutsche Landesbank hat erwartungsgemäß auch zur Jahresmitte 2016 rote Zahlen geschrieben. Die ersten sechs Monate schloss der Konzern mit einem Verlust von 406 Millionen nach Steuern ab. Maßgeblich dafür waren die schlechte Lage an den Schifffahrtsmärkten und die Aufstockung der Risikovorsorge.

25.08.2016