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Niedersachsen Hannovers Energie-Konklave
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10:59 22.08.2013
Von Jens Heitmann
Suchen Rat: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, links), Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Quelle: dpa
Hannover

Wenn sich die Kardinäle zum Konklave versammeln, wissen sie genau, worauf sie sich einlassen. Bis weißer Rauch aus der Sixtinischen Kapelle aufsteigt, dürfen die Würdenträger die Ewige Stadt nicht verlassen und müssen unter sich bleiben – kein Internet, kein Telefon, keine Zeitung, kein Fernsehen, kein Radio. Für die „kleine Energierunde“ im Gästehaus der niedersächsischen Landesregierung sind die Regularien nicht ganz so strikt, ihr Schweigegelübde aber nehmen die Teilnehmer fast so ernst wie die Kirchenfürsten in Rom: Sie sagen nichts – weder zu ihren Zielen, noch zum Zeitplan.

So viel immerhin ist jetzt bekannt: Kurz nach dem Machtwechsel in Hannover haben Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) einen Kreis von Experten um sich geschart, der für „eines der Schlüsselländer der Energiewende“ Alternativen aufzeigen soll zum allgemeinen Abwarten in Berlin. Seither kommt die „bewusst heterogene“ Gruppe alle paar Wochen zusammen und redet. Rauch, so heißt es, sei noch nicht aufgestiegen – weder schwarzer noch weißer.

Möglicherweise haben es Anhänger einer spezifischen Glaubensgemeinschaft auch etwas leichter, sich auf das Programm eines Kandidaten zu einigen. Die „kleine Energierunde“ hingegen vereint große Gegensätze – als Repräsentanten der traditionellen Versorger treten die Chefs von EWE, e.on Deutschland und den Stadtwerken Hannover an: Werner Brinker, Ingo Luge und Michael Feist. Für die Ökolobby sitzen Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig und Dietmar Schütz mit am Tisch, der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie. Die Netzbetreiber vertritt Tennet-Geschäftsführer Lex Hartmann; die Wissenschaft repräsentieren Hans-Heinrich Schmidt-Kanefeld von der Ostfalia Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel und Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

Umweltminister Wenzel sei immer mit dabei, berichten Teilnehmer – Regierungschef Weil halte eher aus der Distanz Kontakt. Der Runde gehe es nicht um „kurzfristige Effekte“ oder „schnelle Schlagzeilen“, heißt es, sondern um die Gestaltung „verlässlicher Rahmenbedingungen“ für das Gelingen der Energiewende. Wichtig sei, dass sich die Politik eng mit jenen Kräften abstimme, „deren Investitionen am Ende gefordert sind“.

Angesichts der „Kakophonie“ in der Bundespolitik würde Niedersachsen gern mit einer Stimme sprechen; ob das gelingen werde, sei aber völlig offen, heißt es. Unabhängig von den Inhalten zeichnen sich schon beim Zeitplan leichte Dissonanzen ab. Während die einen betonen, dass man „überhaupt nicht unter Druck“ stehe, achten andere auch auf das Tempo: „Die Veranstaltung wird sicherlich nicht ewig laufen können.“ Ein Vorstoß aus Hannover sollte möglichst noch vor der Bundestagswahl im September kommen. Die Landesregierung, so heißt es, hinge weniger an diesem Datum.

Ein Konsens immerhin zeichnet sich in der „kleinen Runde“ bereits ab: Das Schicksal der Energiewende werde sich in den ersten sechs Monaten nach den Wahlen entscheiden, versichern Teilnehmer übereinstimmend.

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