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Niedersachsen Hannovers Firmen haben Oberwasser
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Hannovers Firmen haben Oberwasser
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19:58 04.08.2010
Von Lars Ruzic
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Das sagt Holger Bissel, Geschäftsführender Gesellschafter der Auskunftei Creditreform Hannover-Celle.„Alle Voraussetzungen für eine weitere positive Entwicklung sind da“, meint der Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover, Wilfried Prewo.

Das Konjunkturbarometer der Region, der HAZ-Hannover-Trend in Zusammenarbeit mit Arbeitsagentur, Creditreform und IHK, zeigt in fast allen Bereichen nach oben. Seit dem Beginn der Aufzeichnungen vor drei Jahren wurden in einem zweiten Quartal noch nie so viele Firmengründungen gezählt wie 2010. Der IHK-Konjunkturklimaindikator ist zum fünften Mal in Folge gestiegen. Lediglich die Bonität der Firmen hat sich nochmals verschlechtert. Allerdings zeichne sich auch bei der Leistungsfähigkeit der Unternehmen eine Stabilisierung ab, so Bissel. Die Kreditversorgung funktioniert offenbar wieder, und „viele Gläubiger halten noch still, um vom Aufschwung ihrer Kunden zu profitieren“.

Fast alle Branchen berichten von einer verbesserten Geschäftslage, selbst der fast schon traditionell gebeutelte Handel hat wieder Oberwasser. Lediglich im Hochbau fehlten noch die Aufträge von Unternehmensseite, berichtet die IHK. „Die positiven Erwartungen der Unternehmen aus den Vormonaten haben sich jetzt in konkreten Geschäften und Umsatzsteigerungen niedergeschlagen“, so Hauptgeschäftsführer Prewo. Er geht davon aus, dass der Wertschöpfungsverlust durch die Krise bereits Mitte 2012 wieder wettgemacht sein wird.

Inzwischen wollen nach IHK-Umfragen deutlich mehr Unternehmen der Region ihre Investitionen aufstocken (27 Prozent) als herunterfahren (17 Prozent). Nur noch 15 Prozent aller Befragten wollen Personal abbauen. Vor einem Jahr lag der Wert noch doppelt so hoch. Bemerkenswert ist dabei, dass vor allem die Zulieferer derzeit Personal aufbauen. Bei fast jedem fünften Unternehmen dieser Branche ist das der Fall – allerdings handelt es sich meist um Leiharbeiter, weshalb die Personalagenturen derzeit ihren ganz eigenen Boom erleben.

Der gestiegene Bedarf spiegelt sich auch in den Zahlen der Arbeitsagentur wider. Ihr wurden im zweiten Quartal ein Viertel mehr offene Stellen gemeldet als in den Monaten Januar bis März. Zum Vergleichsquartal des Vorjahres ergibt sich sogar ein Plus von 28 Prozent. Der Löwenanteil der freien Jobs kommt dabei von den Zeitarbeitsfirmen sowie aus dem unternehmensnahen Dienstleistungssektor.

Bissel sieht in der ausreichenden Verfügbarkeit gut ausgebildeter Arbeitskräfte einen klaren Standortvorteil der Region Hannover – vor allem auch für die Zukunft, in der Fachkräfte immer dünner gesät sein werden. Zudem werde die Landeshauptstadt durch die Schlagzeilen rund um ihre prominenten Bewohner auch im Rest der Republik zunehmend als frische, freche Metropole wahrgenommen. „Hier macht es Sinn und vielleicht auch Spaß, sein Unternehmen zu gründen.“

Dirk Stelzl 02.08.2010