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18:43 04.02.2011
Von Lars Ruzic
Im vierten Quartal 2010 lag die Zahl der offenen Fachkräfte-Stellen fast ein Drittel höher als ein Jahr zuvor.
Im vierten Quartal 2010 lag die Zahl der offenen Fachkräfte-Stellen fast ein Drittel höher als ein Jahr zuvor. Quelle: dpa
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Die gute Geschäftslage der mehr als 40.000 Betriebe in der Region Hannover spiegelt sich inzwischen auch in den Fundamentaldaten der Unternehmen wider. Nach fast drei Jahren, in denen sich die Bonität stetig verschlechtert hatte, schaffte der entsprechende Index im vierten Quartal 2010 die Kehrtwende. Das geht aus dem HAZ-Hannover-Trend hervor, der gemeinsam mit Arbeitsagentur, Creditreform und IHK Hannover entsteht.

„Die Bilanzen zeigen ein günstigeres Bild als noch vor Jahresfrist vermutet, eigene wie fremde Liquidität sind vorhanden und die Auftragsbücher seit Monaten wieder gefüllt“, sagt Creditreform-Chef Holger Bissel. Angesichts der strukturellen Stärke, die die Region in der Krise bewiesen habe, sei hier nun auch ein „Aufschwung auf vergleichsweise höherer Basis zu erwarten“.

Die IHK spricht von einem „beispiellosen Anstieg“ des Konjunkturklimaindikators, der inzwischen bereits das Niveau der Boomjahre 2006/07 überschritten habe. „Wir erwarten insgesamt ein starkes Jahr 2011 mit einem stabilen Wachstumspfad von rund 2,5 Prozent“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Wilfried Prewo. Vor allem in der Industrie würden kräftig Jobs geschaffen. So wollen 37 Prozent aller Investitionsgüterhersteller in diesem Jahr Personal aufbauen, bei den industrienahen Dienstleistern – zu denen auch die Zeitarbeitsfirmen gehören – liegt dieser Wert laut IHK-Umfrage sogar bei 44 Prozent.

Der zusätzliche Fachkräftebedarf zeigt sich auch an der im Jahresvergleich deutlich gewachsenen Zahl offener Stellen bei der Arbeitsagentur. Sie lag im vierten Quartal 2010 fast ein Drittel höher als ein Jahr zuvor. „Die steigende Beschäftigung und eine insgesamt positive Stimmung werden den privaten Konsum befeuern, der erstmalig nach Jahren der Stagnation wieder einen Wachstumsbeitrag leisten wird“, so Prewo.

Die vergleichsweise deutliche Verbesserung des Bonitätsindexes – einem Mittelwert der Bonitäts-Schulnoten aller Unternehmen in der Region – verdeutlichten, dass sich die hiesigen Firmen vor allem im Vergleich mit süddeutschen Ballungsräumen gut sehen lassen könnten, ergänzte Bissel. Dort habe die Krise deutlich größere Verwerfungen erzeugt und wesentlich mehr Kapital vernichtet.

So zeigten die Insolvenzen einen vergleichsweise unspektakulären Verlauf. Ein Anstieg um 17 Prozent gegenüber 2008 und ein Rückgang um 3 Prozent gegenüber dem Krisenjahr 2009 seien am Ende wesentlich günstigere Werte als man hätte vermuten dürfen. Weiterhin im Aufwind zeigen sich auch die Firmengründungen, die gut ein Viertel über dem Niveau von 2008 lägen. „Die Frühlingsblumen blühen dieses Jahr in Hannover bereits vor Ostern auf“, so Bissel.

Sorge bereiten vor allem der Industrie jedoch gestiegene Rohstoff- und Energiekosten. Drei Viertel der produzierenden Betriebe in der Region sähen darin ein Risiko für ihre weitere Entwicklung, berichtete IHK-Hauptgeschäftsführer Prewo.

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