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Niedersachsen Hannovers Maschinenbauer im Visier der Anleger
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Hannovers Maschinenbauer im Visier der Anleger
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21:16 24.03.2015
Grund für die unterschiedlichen Reaktionen waren vor allem die Dividendenvorschläge der Unternehmen. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Die beiden börsennotierten Maschinenbauer aus der Region Hannover, LPKF und Viscom, haben die Anleger am Dienstag mit ihren Bilanzen in Wallung gebracht.

Der Garbsener Laserspezialist LPKF sorgte für eine gewaltige Verkaufswelle, die im Tec-Dax notierte Aktie rauschte teils 13 Prozent in die Tiefe. Dagegen stiegen die Investoren beim hannoverschen Prüfmaschinenhersteller Viscom ein, die Aktie legte zeitweise um 8 Prozent zu.

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Grund für die unterschiedlichen Reaktionen waren vor allem die Dividendenvorschläge der Unternehmen. LPKF will seinen Aktionären für ein insgesamt „sehr ärgerliches“ Geschäftsjahr (Firmenchef Ingo Bretthauer) mit 12 Cent pro Aktie weniger als die Hälfte dessen zahlen, was LPKF noch vor einem Jahr ausgeschüttet hatte. Auch Viscom reduziert die Dividende - und zwar von 1,70 Euro auf einen Euro pro Aktie. Das mehrheitlich in Gründerhand befindliche Unternehmen kehrt damit jedoch deutlich mehr an die Aktionäre aus, als es überhaupt an Gewinn erwirtschaftet hat.

Bereits im Vorjahr hatte das Unternehmen den Eigentümern versprochen, einen Teil der erklecklichen Rücklagen für Sonderdividenden anzufassen. Sie schlummern schon lange im Unternehmen, weil Viscom seit Jahren vergeblich nach geeigneten Zukäufen Ausschau hält. Mit der zweiten Sonderdividende in Folge halte man gegenüber den Aktionären Wort, sagte Viscom-Vorstand Volker Pape.

Die Ausschüttungspolitik spiegelt die unterschiedliche Entwicklung der beiden Unternehmen. LPKF, lange Liebling der Börsen, hat im vergangenen Jahr kräftige Einbrüche in seinem Vorzeige-Geschäftsfeld LDS zu verkraften, bei dem die Maschinen die Leiterbahnen direkt auf Kunststoffteile drucken. Vor allem die asiatische Handyindustrie hatte sich über Jahre mit den Maschinen aus Garbsen eingedeckt. Nun ist die Nachfrage erlahmt.

Für LPKF bedeutete das einen Umsatzrückgang von 8 Prozent auf 120 Millionen Euro, der Gewinn halbierte sich nahezu auf 8,5 Millionen Euro. In diesem Jahr rechnen die Garbsener mit einem lediglich „gedrosselten“ Umsatzwachstum auf 128 bis 136 Millionen Euro. Erst 2016 werde man mit neuen Technologien wieder richtig durchstarten, sagte Firmenchef Bretthauer.

Viscom dagegen steigerte die Erlöse um ein Viertel auf den Rekordwert von 62 Millionen Euro, der Gewinn legte um 42 Prozent auf 6,7 Millionen Euro zu. Auch die Hannoveraner kalkulieren zunächst mit moderatem Wachstum. Gleichzeitig investieren sie derzeit gut 7 Millionen Euro in den Ausbau der Zentrale im Stadtteil Badenstedt. 5000 Quadratmeter Produktions- und Büroflächen kommen hinzu. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagte Vorstand Martin Heuser. Beide Unternehmen beschäftigen in der Region zusammen rund 600 Mitarbeiter.

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