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Niedersachsen Hannovers Stadtwerke geben 500 Millionen für grüne Energie aus
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Hannovers Stadtwerke geben 500 Millionen für grüne Energie aus
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23:00 14.11.2010
Von Jens Heitmann
Hannovers Stadtwerke wollen 500 Millionen für grüne Energie ausgeben.
Hannovers Stadtwerke wollen 500 Millionen für grüne Energie ausgeben. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Das geht aus dem „Unternehmenskonzept K2020“ hervor, das der Aufsichtsrat in der übernächsten Woche beschließen soll.

Mit der Fortschreibung der vor vier Jahren aufgelegten Strategieplanung reagieren die Stadtwerke auf die veränderten Rahmenbedingungen. Laut Bundesregierung sollen künftig die erneuerbaren Energien den Großteil der Versorgung übernehmen und konventionelle Kraftwerke an Bedeutung verlieren. Die Stadtwerke haben bereits ihre Beteiligung an dem zunächst gemeinsam mit dem e.on-Konzern geplanten Kohlemeiler Staudinger in Hessen aufgegeben.

Der Vorstand erwartet, dass die Margen aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs stärker unter Druck geraten und der Absatz von Gas und Fernwärme infolge von verbesserten Dämmungen und energetischen Gebäudesanierungen sinken wird. Daraus folge, „dass der bisherige Kernmarkt in Hannover und in der Region schrumpft“, heißt es in dem Papier, das dieser Zeitung vorliegt. Wachstum sei daher nur außerhalb der Stadtgrenzen möglich.

Trotz des schwierigeren Umfelds rechnet die Stadtwerke-Führung mit Jahresergebnissen von etwa 120 Millionen Euro – ein Szenario, das man im alten Strategiekonzept als „best case“ bezeichnet hatte. Die Anteilseigner dürfen eine Ergebnisabführung von etwa 100 Millionen Euro im Jahr erwarten. Zusätzliche Einnahmen erhofft sich das Unternehmen aus der Beteiligung an der Stadtwerke-Holding Thüga, der Modernisierung des Gaskraftwerks Linden und der zwischenzeitlichen Aufstockung der Anteile am Kohlemeiler Mehrum bei Peine.

Die geplanten Investitionen in erneuerbare Energien will das Unternehmen zum größten Teil über „Fremdkapitalfinanzmittel“ bestreiten; von Banken oder anderen Projektpartnern erhofft sich der Vorstand Kredite in Höhe von rund 300 Millionen Euro. Die bereits bestehenden Verbindlichkeiten von etwa 770 Millionen Euro will man in den kommenden zehn Jahren nicht durch „substanzielle Tilgungen“ verringern.

In zehn Jahren will das Unternehmen in der Lage sein, alle Kunden innerhalb der eigenen Region anteilig mit Ökostrom zu versorgen; bei Privathaushalten soll das – falls gewünscht – sogar zu 100 Prozent möglich sein. Trotz zunehmenden Wettbewerbs glauben die Stadtwerke, dass sie 85 Prozent ihrer Strom-Tarif-Kunden bei gleichbleibenden Margen halten können. Verluste innerhalb des eigenen Netzgebietes will man durch die Gewinnung neuer Kunden außerhalb der Region Hannover kompensieren.