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Niedersachsen Nord/LB reißt Landesholding tief ins Minus
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Hannoversche Beteiligungsgesellschaft: Nord/LB reißt die HanBG tief ins Minus

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09:00 26.11.2019
Den Wert ihrer Beteiligung an der Nord/LB musste die HanBG nach unten korrigieren.
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Hannover

Die Krise der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) drückt die Hannoversche Beteiligungsgesellschaft Niedersachsen (HanBG) tief in die roten Zahlen. Für das vergangene Jahr weist die landeseigene Holding einen Verlust von 711 Millionen Euro aus, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Der Fehlbetrag ist damit fast doppelt so hoch wie im Jahr 2017 mit 367 Millionen Euro. Verantwortlich dafür sind hohe Wertberichtigungen bei der Beteiligung des Landes an der Nord/LB.

In der HanBG hat das Land seit 1986 seine Anteile an verschiedenen Unternehmen zusammengefasst. Sie managt ein Portfolio mit klangvollen Namen: Neben Volkswagen und der Salzgitter AG ist die Gesellschaft unter anderem an der Deutschen Messe, am Flughafen Hannover und an Airbus beteiligt. Das Land hält die Mehrheit der Nord/LB. Ein großer Teil dieser Beteiligung – 38 Prozent des Stammkapitals – liegt bei der HanBG. Die Gesellschaft finanziert ihre Geschäfte durch Erträge aus den Beteiligungen sowie durch die Aufnahme von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen entweder beim Land oder am Kapitalmarkt.

Hohe stille Reserven

Seit die Nord/LB durch marode Schiffskredite in Not geraten ist, hat die HanBG den Wert ihrer Beteiligung von ursprünglich rund 1,9 Milliarden Euro in drei Schritten komplett abgeschrieben. Im vergangenen Jahr fiel mit 865 Millionen Euro der größte Einzelbetrag an. „Durch das wiederum negative Jahresergebnis wird das Stammkapital der Gesellschaft nicht nur vollständig aufgezehrt, sondern es kommt auch zu einer erheblichen bilanziellen Überschuldung“, heißt es im Geschäftsbericht. Das Eigenkapital ist demnach negativ – mit minus 702,65 Millionen Euro.

Dass die HanBG nicht Insolvenz anmelden müsse, liege an hohen stillen Reserven, wird in dem Bericht ausgeführt. Dem Vernehmen nach stehen die VW-Aktien mit jeweils rund 30 Euro in den Büchern – derzeit pendelt der Kurs der Anteilsscheine um die Marke von 176 Euro. Bei 59 Millionen VW-Aktien im Besitz der landeseigenen Gesellschaft entspricht dies einer Gesamtdifferenz von 8,6 Milliarden Euro.

„Die HanBG ist ein gesundes Unternehmen“, sagte Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU). „Zwar besteht aktuell eine bilanzielle Unterkapitalisierung, aber aufgrund der in den Beteiligungen bestehenden stillen Reserven gibt es keinen Zweifel an ihrer Risikotragfähigkeit.“ Die Landesregierung erwarte, dass sich das Ergebnis der HanBG „bereits im Wirtschaftsjahr 2019 wieder auf dem Niveau früherer stärkerer Wirtschaftsjahre einpendeln“ werde.

Starke Abhängigkeit von VW

Für das laufende Jahr rechnet die HanBG mit einer Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Der Überschuss werde „in einer Größenordnung von um die 200 Millionen Euro“ liegen, erklärte die Geschäftsführung. Die Hoffnungen der HanBG ruhen dabei auf Volkswagen – die Holding kalkuliert mit einer Dividende von 5 Euro je Aktie; der VW-Vorstand hat 4,80 Euro empfohlen. Zudem profitiert die HanBG vom niedrigen Zinsniveau: Hier sollen die Belastungen aus der Bedienung der Verbindlichkeiten um 12 Millionen Euro sinken.

Das Wohlergehen der Finanz-Holding hängt wesentlich von Volkswagen und Salzgitter ab: Die übrigen Beteiligungen brachten 2018 zusammen nur knapp 6 Millionen Euro in die Kasse. Während VW seine Prognosen bisher einhalten konnte, musste der Stahlhersteller seine Erwartungen in diesem Jahr bereits zweimal nach unten korrigieren – vor Steuern ist inzwischen von einem Verlust die Rede. Die HanBG sieht Salzgitter laut Geschäftsbericht aber weiter als eine „zuverlässige Ertragsquelle“.

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Von Jens Heitmann

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