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Niedersachsen Rendite winkt frühestens mit 80 Jahren
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Rendite winkt frühestens mit 80 Jahren
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00:15 10.07.2013
Von Albrecht Scheuermann
Foto: Symbolbild.
Symbolbild. Quelle: dpa
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Hannover

Wer sie allerdings nicht nur zum Kapitalansparen benutzt, sondern hinterher wirklich eine monatliche Rente beziehen will, sollte sich die Sache gründlich überlegen: Eine neue Untersuchung der hannoverschen Versicherungsexperten von Franke und Bornberg kommt zum Ergebnis, dass sich diese Renten gegen Einmalbeitrag nur dann wirklich lohnen, wenn man sehr alt wird.

Deutsche Sparer schlossen dem Branchenverband GDV zufolge 2011 rund 386 129 derartige Verträge ab und investierten 21,8 Milliarden Euro als Einmalbeiträge (Zahlen für 2012 liegen noch nicht vor). Ein Vorteil ist steuerlicher Art: Die Erträge sind in der Aufschubphase steuerfrei. Bei lebenslanger Rentenzahlung wird später dann nur der Ertragsanteil steuerpflichtig. Zudem garantieren diese Verträge eine bestimmte Rentenzahlung bis an das Lebensende.

Diesen Vorteilen stehen jedoch Nachteile gegenüber, die es in sich haben. Vor allem dauert es nach Berechnungen von Franke und Bornberg lange, bis sich das eingesetzte Kapital amortisiert. Sie errechneten schon beim günstigsten Versicherer eine Zeitspanne von 24 Jahren und sechs Monaten, bis bei einem Eintrittsalter von 60 Jahren und einem Einmalbetrag von 100 000 Euro die Summe der Rentenzahlungen den ursprünglichen Kapitaleinsatz übersteigt.

Dabei sind  allerdings nur die Garantierenten berücksichtigt. Dazu kommt noch die Rente aus der Überschussbeteiligung, die in erster Linie vom Anlageerfolg abhängt und nicht garantiert ist. Bezieht man diese in die Berechnung ein, verkürzt sich die Amortisationsdauer beim günstigsten Versicherer auf rund 20 Jahre.

Dies bedeutet: Der Vorsorgesparer muss mindestens 80 Jahre alt werden, damit er sein Geld zurückbekommt. Erst danach kommt also die Investition in den Bereich einer positiven Rendite. Bei Versicherern mit schwächerem Preis-Leistungs-Verhältnis steigt die Zeitdauer auf bis zu 24 Jahre – man muss dann also schon 84 Jahre alt werden, um in den positiven Bereich zu kommen.

Fazit der hannoverschen Experten: „Hat man eine geringere persönliche Lebenserwartung oder stellt Flexibilität beziehungsweise Renditegesichtspunkte in den Mittelpunkt der individuellen Überlegungen, können andere Altersvorsorgeprodukte attraktiver sein.“ Franke und Bornberg rät vor allem, beim Abschluss einer solchen Versicherung ein „Todesfallmodell“ einzuschließen. Gemeint ist damit eine Beitragsrückgewähr oder Rentengarantiezeit, in der dann die Rente an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird. Auf diese Weise verfällt wenigstens nicht das eingezahlte Kapital, wenn der Versicherte früh verstirbt.

Karl Doeleke 01.07.2013