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Niedersachsen Geschasster Chef klagt gegen Höft & Wessel
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Geschasster Chef klagt gegen Höft & Wessel
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02:15 18.11.2013
Von Jens Heitmann
Nach enttäuschenden Quartalszahlen musste Vorstandschef Hansjoachim Oehmen im Dezember 2011 gehen.
Nach enttäuschenden Quartalszahlen musste Vorstandschef Hansjoachim Oehmen im Dezember 2011 gehen. Quelle: HAZ/oh
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Hannover

Der Manager klage vor der Kammer für Handelssachen am Landgericht Hannover auf die Auszahlung eines Jahresgehalts, verlautete aus Unternehmenskreisen. Um die Risiken des Verfahrens abzudecken, wurde eine Rückstellung von 321 000 Euro gebildet, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Am Mittwoch will die Kammer in der Sache entscheiden.

Hansjoachim Oehmen war 2006 an die Spitze von Höft & Wessel gerückt und hatte große Pläne: Das Geschäft sollte internationaler werden, der Umsatz auf 150 Millionen Euro klettern und die Gewinnmarge auf 10 Prozent steigen – keines der Ziele wurde erreicht. Nach enttäuschenden Quartalszahlen musste der Vorstandschef im Dezember 2011 gehen. Obwohl sein Vertrag noch bis Ende 2012 lief, stellte das Unternehmen die Überweisungen ein. Vor Gericht fordere Oehmen nun die Restzahlungen ein, hieß es.

Höft & Wessel wehrt sich dagegen, weil man Oehmen die Hauptschuld an der zwischenzeitlich existenzgefährdenden Schieflage des Unternehmens gibt. Er habe Aufträge um jeden Preis hereingeholt, ohne auf die Kosten zu achten, hatte noch der frühere Miteigentümer Michael Höft erklärt. Auch beim Management der Projekte habe es schwere Fehler gegeben, Qualitätsmängel hätten zu teuren Nacharbeiten geführt. Der Aufsichtsrat fühlte sich schlecht informiert – die Dimension der Fehlentwicklungen seien nicht zu erkennen gewesen, hieß es seinerzeit.

Vor diesem Hintergrund fordert das Kontrollgremium die Aktionäre jetzt auf, Oehmen für die Geschäftsjahre 2011 und 2012 nicht zu entlasten, wie es in der Einladung zur Hauptversammlung Anfang Dezember heißt. Direkte Konsequenzen hat das nicht – es ist eher ein symbolischer Akt. Aus dem aktuellen Geschäftsbericht geht zudem hervor, dass der Aufsichtsrat „aufgrund der im November 2011 zutage getretenen wirtschaftlichen Fehlentwicklungen ein Verfahren gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden eingeleitet“ hat. Zu dessen Inhalt wollte man bei Höft & Wessel keine Stellung nehmen. „Zu laufenden Verfahren äußern wir uns nicht“, sagte ein Unternehmenssprecher.