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Niedersachsen Heizen wird im Winter deutlich teurer
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Heizen wird im Winter deutlich teurer
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16:28 03.09.2018
Viele Kunden lassen auf Sorge vor weiteren Preissteigerungen ihre Heizöltanks füllen. Quelle: Patrick Pleul
Hannover

Autofahrer und Heizölkunden müssen sich auf einen deutlichen Preisanstieg einstellen. Wegen des Einbruchs der Förderung in Venezuela und der angekündigten Sanktionen der USA gegen den Iran haben die Notierungen an den Rohölmärkten bereits in den vergangenen Wochen kräftig angezogen – dieser Trend werde sich noch verstärken, heißt es in der Branche. „Wir steuern auf einen sehr, sehr angespannten Ölmarkt zu“, sagte der Chefanalyst für den Energiesektor der US-Investmentbank Goldman Sachs, Michele Della Vigna.

Nach Angaben des ADAC war der August der teuerste Tank-Monat des Jahres. Ein Liter Super E10 kostete im bundesweiten Durchschnitt 1,468 Euro und damit 2,3 Cent mehr als im Juli. Für einen Liter Diesel mussten Autofahrer 1,296 Euro bezahlen, im Vormonat waren es noch 1,5 Cent weniger. Auch beim Heizöl geht die Preiskurve steil nach oben: 100 Liter kosten bei einer Menge von 3000 Litern inzwischen mehr als 73 Euro.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder und Russland haben im Juni zwar angekündigt, ihre Produktion im Jahresverlauf um ein Prozent – also rund eine Million Barrel (je 159 Liter) – pro Tag zu erhöhen. Experten rechnen jedoch nicht damit, dass diese zusätzliche Menge reichen wird, um die Rückgänge der iranischen und venezolanischen Exporte zu kompensieren. „Die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot dürfte sich zum Jahresende ausweiten“, hieß es von Seiten der Analysten der HSH Nordbank.

Trotz der noch warmen Witterung reagieren auch die Kunden bereits auf die Botschaften aus der Branche. Beim Lüneburger Vergleichsportal Esyoil hat die Zahl der Interessenten deutlich zugenommen, die mit steigenden Heizölpreisen rechnen. „Die Kaufbereitschaft unserer Nutzer hat inzwischen das bisher höchste Niveau erreicht“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Wer auf Nummer sicher gehen wolle, sollte sich kurzfristig seinen Tank für den Winter füllen: Nur wer gute Nerven und noch über ausreichend Vorräte verfüge, sollte auf sinkende Preise spekulieren.

Zum Wochenbeginn sind die Ölpreise leicht gesunken. Am Montagmorgen kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 77,50 Dollar – das waren 14 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung fiel um 13 Cent auf 69,67 Dollar. Gleichwohl befinden sich die Preise auf einem Drei-Monats-Hoch.

Auch wer mit Gas heizt, muss mit höheren Kosten rechnen. Für das Kalenderjahr 2019 sind die Preise im Marktgebiet Netconnect Germany seit Januar von rund 18 Euro je Megawattstunde auf rund 23 Euro gestiegen. Einzelne Versorger haben bereits Tariferhöhungen angekündigt. „Nach Jahren sinkender Verbraucherpreise für Gas dürfte die Talsohle vorerst erreicht sein“, hieß es beim Vergleichsportal Verivox.

Von Jens Heitmann

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