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Niedersachsen Hermes eröffnet Frachtdrehkreuz am Flughafen Langenhagen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Hermes eröffnet Frachtdrehkreuz am Flughafen Langenhagen
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19:48 20.05.2011
Von Dirk Stelzl
Quelle: Ralf Decker
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Mit seinem neuen Distributionszentrum in Langenhagen sieht das Logistikunternehmen Hermes gute Expansionschancen auf dem norddeutschen Markt. Davon soll auch die Region Hannover profitieren: „Wir wollen in Langenhagen weiter wachsen“, sagte der Chef der Hermes Logistik Gruppe Deutschland, Hartmut Ilek, am Freitag bei der offiziellen Eröffnung der Hauptumschlagbasis. Dort hat der Paketdienstleister rund 35 Millionen Euro investiert und mehr als 120 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen. 30 weitere Stellen wurden von der bisherigen Niederlassung in Garbsen nach Langenhagen verlegt. Hinzu kommen einige Teilzeit- und 400-Euro-Kräfte.

Die Otto-Tochter ließ sich auch von der Wirtschaftskrise nicht entmutigen und zog ihre Großinvestition durch. Im vergangenen Dezember nahm sie ihr Logistikzentrum auf einem 80.000 Quadratmeter großen Grundstück in der Nähe des Flughafens in Betrieb. Es dient nun als Hauptumschlagbasis für den Norden Deutschlands sowie als Hermes-Niederlassung, von der aus die Paketzustellung im Raum Hannover abgewickelt wird. Die Halle hat etwa 110 Tore zum Be- und Entladen von Lastwagen und kleineren Fahrzeugen. Bis zu 40 Millionen Sendungen können hier nach Firmenangaben im Jahr sortiert werden. Es ist vorgesehen, die Kapazität auf bis zu 60 Millionen zu erhöhen – in welchem Zeitraum dies geschehen soll, ist allerdings noch offen. Auch die als Gigaliner bezeichneten großen Lastwagen, die in einem Feldversuch getestet werden, könnten theoretisch auf dem Areal eingesetzt werden, wie ein Hermes-Sprecher erklärte.

Das Unternehmen sei in Langenhagen hervorragend unterstützt worden, sagte Ilek. Hermes habe offene Türen vorgefunden – was bei Logistikprojekten nicht selbstverständlich sei. Bürgermeister Friedhelm Fischer bezeichnete die Hauptumschlagbasis als „große Bereicherung für Langenhagen“. Das Distributionszentrum sei „technisch innovativ“ und zugleich umweltfreundlich.

Der Wärmebedarf des Gebäudes wird von einer Holzhackschnitzel-Heizanlage gedeckt. Auf dem Dach befindet sich die nach Angaben des Unternehmens größte Solarstromanlage in der Region Hannover. Sie erzeuge jährlich etwa 350.000 Kilowattstunden Sonnenstrom und könne durch die Einspeisung ins öffentliche Netz mehr als hundert Haushalte in der Umgebung versorgen. Außerdem setzt die Firma auch elektrisch betriebene Lieferfahrzeuge ein. Hermes zeige seit Jahren, dass „Verkehr und Umweltschutz sich nicht ausschließen“, sagte Andreas Scheuer, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.