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Niedersachsen HTP rüstet immer mehr Häuser mit Glasfasertechnik aus
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen

Htp rüstet immer mehr Häuser im Raum Hannover mit Glasfaser aus

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00:22 26.05.2019
Mit Glasfaser-Erdkabel: HTP-Geschäftsführer Karsten Schmidt (l.) und Thomas Heitmann. Quelle: Conrad von Meding
Hannover

Der regionale Telekommunikationsanbieter HTP ist auch im vergangenen Jahr wieder gewachsen. Der Umsatz stieg nach Angaben des Unternehmens um 2,5 Prozent auf 70,3 Millionen Euro. Die Zahl der Privatkunden erhöhte sich um 3,6 Prozent auf 101.450. Zum Jahresende hatte HTP zudem rund 10.300 Geschäftskunden – ein Plus von 2 Prozent. Die Firma investiere massiv in den Glasfaserausbau, sagten die Geschäftsführer Thomas Heitmann und Karsten Schmidt am Donnerstag bei der Vorlage der Jahresbilanz. In Hannover seien in Kürze 21.000 Haushalte mit einem HTP-Glasfaseranschluss im Keller erschlossen.

HTP hat Zuschlag für Glasfaserausbau im Kreis Hameln-Pyrmont

Das größte Einzelprojekt ist derzeit der Anschluss von etwa 14.600 Haushalten im Landkreis Hameln-Pyrmont, wo HTP bei einer Ausschreibung den Zuschlag für den Glasfaserausbau erhalten hat. In zwei Schritten soll der Raum rund um Hessisch-Oldendorf, Emmerthal und Coppenbrügge bis zum Jahr 2022 mit der schnellen Netztechnik versorgt werden. Insgesamt investiert HTP dort rund 60 Millionen Euro. Das Netz wird danach an den Landkreis verkauft – „ein spannendes Projekt“, sagte Heitmann.

HTP plant mehr Engagement in den Kommunen der Region Hannover

Im Hauptverbreitungsgebiet, das von Schwarmstedt im Norden bis Alfeld im Süden und von Wunstorf im Westen bis zu Teilen des Kreises Helmstedt im Osten reicht, ist das Unternehmen noch nicht ganz so weit. In Lindwedel und umliegenden Dörfern laufe ein Pilotprojekt zum Anschluss der Häuser ans Glasfasernetz, erklärte Heitmann. In Burgwedel dagegen prescht gerade die Deutsche Glasfaser mit Hausanschlüssen voran. Man wolle sich in Kürze in anderen Kommunen mit Projekten engagieren, um schnelles Internet voranzubringen, sagen die HTP-Geschäftsführer. Die Nachfrage sei da, in vielen Gebieten komme die Telekom aber mit dem Netzausbau nicht voran.

Mit Vectoringtechnik sollen Glasfaseranschlüsse in Hannover bald schneller werden

Im Gebiet der Landeshauptstadt, wo die Telekom Marktführer ist, kooperiert HTP jetzt vermehrt mit Wohnungsbaugesellschaften. Im Juli sollen 6000 Haushalte bei der Hanova und der Genossenschaft Heimkehr hinzukommen. Derzeit kann HTP dort nur einen Datendurchsatz von 100 Megabit pro Sekunde bieten, was bei einigen Mietern zu Verärgerung geführt hatte, weil Konkurrenten teils deutlich mehr Tempo versprechen. „Auch wir werden bald schnelleres Internet leisten können“, sagte Schmidt. In wenigen Monaten sei Vectoringtechnik verfügbar. Unter dem Namen G.fast („fast“ ist englisch für „schnell“) werde man hohe Datenraten auch über die letzten Kupfermeter aus den Kellern in die Wohnungen bringen, verspricht Schmidt. Dies erscheine sinnvoller, als alle Wände aufzureißen und im Haus Glasfaser zu verlegen.

Personalstamm bei HTP wächst, doch das Unternehmen spürt den Fachkräftemangel

HTP hat im vergangenen Jahr die Belegschaft um elf auf 223 Stellen vergrößert. Vier Stellen konnten nicht besetzt werden. „Wir wollen mit unserem Personal guten Service bieten, spüren aber auch den Fachkräftemangel“, sagte Heitmann. Zum kommenden August seien zudem zwei Ausbildungsplätze nicht besetzt, weil Bewerber im letzten Moment abgesprungen seien. Gut die Hälfte des Personals sei seit rund zehn Jahren im Unternehmen – etwa ein Drittel seit bis zu 20 Jahren.

Trotz des gestiegenen Umsatzes ging das Ergebnis von HTP um 2,2 Prozent auf 2,7 Millionen Euro zurück. Dies sei der Preis der steigenden Kundenzahlen, sagte Heitmann: Die Anschlüsse von Neukunden kosteten eben Geld.

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Von Conrad von Meding

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