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Niedersachsen Lkw-Messe steuert auf Rekord zu
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Lkw-Messe steuert auf Rekord zu
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07:26 27.06.2014
Von Lars Ruzic
Lkw-Hersteller wie MAN reisen in diesem Jahr nur verhalten optimistisch zur IAA nach Hannover. Quelle: dpa
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Hannover

„Wir liegen derzeit bei den Buchungen über den Vergleichszahlen von vor zwei Jahren“, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Donnerstag der HAZ. „Die Chancen sind gut, mit Rekordzahlen aufzuwarten.“ Die 65. IAA findet vom 25. September bis 2. Oktober statt. Zuletzt kam die Nutzfahrzeugschau auf 1900 Aussteller und rund 262.000 Besucher.

Das Wachstum komme vor allem aus Asien, sagte Wissmann. So werden sich erstmals die Lkw-Riesen Dongfeng aus China und Hyundai aus Südkorea in Hannover präsentieren. „Das zeigt, dass sich die Messe zum zentralen Forum der Nutzfahrzeugwelt entwickelt hat.“ Gerade China ist derzeit einer der wenigen Wachstumsmotoren der Branche. Dort werde der Absatz in diesem Jahr um 15 Prozent steigen, sagte Wissmann.

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Darüber hinaus allerdings sei die Lage der Lkw-, Transporter- und Bushersteller „konjunkturell sehr differenziert“. Märkte wie Brasilien und Russland lägen derzeit im Minus. Der wichtige westeuropäische Markt leide unter der zum Jahreswechsel vollzogenen Umstellung auf die schärfere Euro-VI-Abgasnorm. Die Stichtagsregelung hatte dazu geführt, dass sich viele Spediteure noch Ende 2013 mit den günstigeren Euro-V-Fahrzeugen eindeckten. Der VDA rechnet für das Gesamtjahr daher mit einem 3-prozentigen Minus für den westeuropäischen Markt.

Derzeit liegen die Verkäufe zwar noch über den Vorjahreswerten – allein in Deutschland um 12 Prozent. Der Effekt der höheren Vorjahreszahlen werde allerdings auch erst im Herbst greifen, warnte Wissmann. Anders sehen die Zahlen bei den Herstellern leichter Nutzfahrzeuge aus. VW Transporter und Co. lägen in Deutschland um 7 Prozent über den Vorjahreswerten; für 2014 insgesamt rechnet der VDA mit einem Plus von4 Prozent. Davon profitiert auch das hannoversche Stammwerk von VW Nutzfahrzeuge, wo Sonderschichten gefahren werden.

Auf der IAA will die Branche weitere Fortschritte bei Energieeinsparung, Sicherheit und Vernetzung der Fahrzeuge präsentieren. Daimler-Lkw-Chef Wolfgang Bernhard rechnete vor, dass die Lastwagen heute 60 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen als vor einem halben Jahrhundert. Die Schadstoffe hätten sich sogar um 97 Prozent verringert. „Einen Euro-VI-Lkw kann man heute als Luftreiniger benutzen“, sagte der frühere VW-Manager.

Eine weitere Verringerung des Kraftstoffverbrauchs müssten alle Lkw-Parteien gemeinsam stemmen. „Die Zugmaschine allein wird das nicht mehr schaffen.“ Bernhard nannte als Beispiele die Anhänger- oder Reifenhersteller, aber auch auf spritsparenden Fahrstil geschulte Fahrer oder Investitionen in die Infrastruktur, um Staus zu vermeiden. Allein in Deutschland habe es im vergangenen Jahr 600 000 Kilometer Stillstand gegeben – eine Schlange, die sich 15-mal um die Erde legt.

Hersteller und Verband warben vor dem Hintergrund für eine Ausweitung der Feldversuche mit Lang-Lkw, deren Einsatz auch die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen kritisch sieht. Zwei der sogenannten Gigaliner beförderten die gleiche Fracht wie drei normale Lkw, rechnete Wissmann vor. „Er kann problemlos am täglichen Straßenverkehr teilnehmen, bis heute hat es keinen Zwischenfall gegeben.“ Der VDA-Präsident forderte die noch kritischen Bundesländer, sich an dem Feldversuch zu beteiligen. Bisher fahren erst 79 Lang-Lkw auf Deutschlands Straßen.

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