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Niedersachsen IBM streicht Hunderte Stellen in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen IBM streicht Hunderte Stellen in Hannover
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19:19 30.03.2016
Von Jens Heitmann
Quelle: Surrey/Archiv
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Hannover

Die Aufsichtsräte seien über die Pläne in der Nacht zu Mittwoch per Mail informiert worden, hieß es am Mittwoch aus Unternehmenskreisen.

Das Unternehmen bestätigte die Pläne grundsätzlich. „IBM hat die Mitbestimmung informiert und zu Verhandlungen aufgefordert“, erklärte ein IBM-Sprecher. Zu Details wollte sich der Konzern allerdings nicht äußern. „Wir verändern kontinuierlich unseren Mix an Skills – unsere Kunden erwarten nichts weniger, denn sie wenden sich an uns, um von Innovationen und neuen Technologien zu profitieren“, hieß es lediglich. IBM werde „weiterhin Mitarbeiter mit Schlüsselqualifikationen einstellen“. Aktuell beschäftigt der Konzern hierzulande rund 15 000 Mitarbeiter in 16 Gesellschaften in zwei Dutzend Niederlassungen. Von den Abbauplänen seien drei Gesellschaften betroffen, sagte ein Insider:

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  • Die IBM Deutschland Management & Business Support GmbH (MBS) hat derzeit rund 2200 Mitarbeiter und ist für Verwaltungsaufgaben und die Finanzen zuständig. Die Aufgaben der Gesellschaft sollen offenbar zu großen Teilen auf sogenannte Kompetenzzentren des Konzerns im Ausland verlagert werden. Hier könnten bis zu 400 Stellen wegfallen. In Hannover zählt die MBS 150 Mitarbeiter.
  • Die IBM Deutschland Global Business Solutions GmbH (GBS) umfasst sozusagen den gehobenen Kundendienst – ihre Mitarbeiter implementieren die Software beim Auftraggeber und sorgen dafür, dass sie die Erwartungen erfüllt. Von den knapp 1700 Beschäftigten steht dem Vernehmen nach fast jeder achte zur Disposition. In Hannover beschäftigt die GBS knapp 100 Mitarbeiter.
  • IBM Deutschland Business Transformation Services GmbH beschäftigt rund 1900 Mitarbeiter und ist als Dienstleister tätig, wenn es darum geht, Geschäftsmodelle zu verändern. Diese Gesellschaft sei am Standort Hannover nicht aktiv, hieß es.

Der US-Konzern steckt schon seit Längerem in der Krise und muss sich wieder einmal neu erfinden. Wie viele Unternehmen aus der IT-Branche wendet sich auch IBM von der Hardware ab und sucht sein Heil im Daten-Geschäft, der Cloud. Seine PC-Sparte hat der Konzern vor einigen Jahren an den chinesischen Hersteller Lenovo verkauft; Unternehmensserver und Großrechner gehören zwar noch zum Portfolio – zählen aber schon selbst zur „Old economy“ und gelten nur bedingt als zukunftsfähig. Im Cloud-Markt muss sich IBM gegen Konkurrenten wie Google, SAP oder Amazon behaupten.

Im vergangenen Jahr konnte IBM den Gewinn zwar um knapp 10 Prozent auf rund 13 Milliarden Dollar steigern. Dafür schrumpfte der Umsatz um fast 12  Prozent auf knapp 82 Milliarden Dollar. Das vierte Quartal 2015 war das 14. in Folge mit sinkenden Erlösen.

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