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Niedersachsen Ingenieure auch in der Krise gesucht
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Ingenieure auch in der Krise gesucht
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20:53 20.04.2009
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Quelle: Nigel Treblin/ddp
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„Es fehlt ein kompletter Abschlussjahrgang aller deutschen Universitäten“, sagte VDI-Direktor Willi Fuchs. Zudem wollten die Firmen zwar Personal einsparen, nicht jedoch bei den Ingenieuren. „Das hat es bei den vergangenen Krisen in dieser Stringenz noch nicht gegeben.“

Die Firmen hätten inzwischen aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und versuchten, auch in der Krise das qualifizierte Personal zu halten. Zudem gebe es inzwischen mehr Ingenieure, die über 50 Jahre alt seien als unter 35 Jahre. „Auch in und nach der Krise bleibt ein struktureller Mangel an Ingenieuren“, sagte Hans-Peter Klös vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW), das für den VDI eine Studie zum Thema erstellt hat. Darin äußerten zwei von drei befragten Personalchefs, dass sie die Zahl ihrer Fachkräfte in den kommenden fünf Jahren konstant halten wollten. Jeder vierte will sogar weiter aufbauen.

Allein in den kommenden zehn Jahren müssten rund 470#000 in den Ruhestand wechselnde Ingenieure ersetzt werden, sagte Klös. Dies entspreche nahezu jeder zweiten Stelle. Die Politik müsse deshalb endlich Ernst machen mit einer Förderung der technisch-naturwissenschaftlichen Ausbildung der Jugend, sagte Fuchs. In ihrer Not hätten viele Unternehmen wieder Ingenieure aus dem Ruhestand zurückgeholt, wie IW-Geschäftsführer Klös berichtete.

Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) wies ebenfalls darauf hin, dass die Nachwuchsförderung auch in der Wirtschaftskrise wichtig bleibe. Bei einer Umfrage des VDE unter seinen Mitgliedern waren 93 Prozent der Ansicht, dass sich der internationale Wettbewerb um Fachkräfte verschärfen werde.

VDE-Präsident Joachim Schneider erinnerte daran, dass die Konjunkturtäler der neunziger Jahre und zum Beginn dieses Jahrzehnts zum Einbruch der Studentenzahlen in der Elektro- und Informationstechnik geführt hatten. Einer Neuauflage dieses „Negativeffekts“ müsse man sich entgegenstellen. „Wenn wir das Innovationspotenzial von morgen sichern wollen, müssen wir nicht nur mehr, sondern nachhaltig etwas dafür tun – auch bei Schlechtwetter.“

von Lars Ruzic und Dirk Stelzl