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Niedersachsen Mit modernen Schiffen durch die Krise
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Mit modernen Schiffen durch die Krise
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15:31 03.07.2014
Foto: Aus der Krise der deutschen Schifffahrt sollen neue Schiffe helfen.
Aus der Krise der deutschen Schifffahrt sollen neue Schiffe helfen. Quelle: Ingo Wagner (Archiv)
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Hamburg

Die Krise der Schifffahrt geht ins siebte Jahr und hat die Reeder in Deutschland tief verunsichert. Sie glauben einerseits mit einer Mehrheit von 55 Prozent, dass die deutsche Schifffahrt wieder wachsen wird, ergab eine Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), die am Donnerstag in Hamburg vorgestellt wurde. Für die eigenen Schiffe erwarten dagegen nur 32 Prozent mehr Beschäftigung. Nur zwei Drittel der Reedereien können ihre Flotten auslasten und nur eine Minderheit glaubt an steigende Fracht- und Charterraten. Dennoch wollen die Hälfte der Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen und sogar 64 Prozent neue Schiffe kaufen.

Die widersprüchlichen Ergebnisse der Studie machen laut PwC den Druck deutlich, unter dem die Reeder stehen. „Die deutsche Handelsschifffahrt steuert einen konsequenten Modernisierungskurs, um mit einer effizienteren Flotte und Logistik den extremen Margendruck abzufedern“, sagte Claus Brandt, Experte für die maritime Wirtschaft bei PwC. Das sei nicht gleichzusetzen mit einer Vergrößerung der Flotten, sondern mit einem Umbau. Gleichzeitig würden ältere Schiffe verkauft. Die Reeder wollen moderne, sparsame und oft auch größere Schiffe einsetzen.

Für ein Ende der Schifffahrtskrise gibt es wenig klare Anzeichen. Gegenwärtig wächst der Welthandel mit drei bis vier Prozent jährlich, die Handelsflotte aber mit fünf bis sechs Prozent. Folge: Die Überkapazitäten nehmen weiter zu. Bei den geplanten Neubauten sei deshalb Kosteneffizienz das oberste Gebot. Fast alle Reeder (97 Prozent) halten einen niedrigen Treibstoffverbrauch für eine entscheidende Eigenschaft neuer Schiffe. Zudem setzen die Reeder auf digitale Technologien, Kooperationen und Zusammenarbeit sowie die teilweise Verlagerung von Aufgaben ins Ausland.

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) erklärte zu der Studie, die Wettbewerbsfähigkeit des maritimen Standorts Deutschland sei mehr denn je gefährdet. „Die Auslastung der Schiffe ist nach wie vor völlig unbefriedigend“, sagte das geschäftsführende Präsidiumsmitglied Ralf Nagel. „Die Erlöslage, gerade in der Containerschifffahrt, bleibt äußerst schwierig.“ Deutschland müsse wie andere europäische Länder mehr tun, um die Branche besser zu unterstützen. Es gehe darum, den Kostennachteil zwischen der Beschäftigung deutscher und ausländischer Seeleute auszugleichen.

Für die Studie wurden von Mai bis Juni 104 Reedereien befragt, die den wesentlichen Teil der Branche in Deutschland ausmachen. Sie beschäftigen im Durchschnitt 174 Mitarbeiter an Land und 713 auf See und betreiben 15 eigene und 22 fremde Schiffe. 

dpa

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