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Niedersachsen Jede fünfte Apotheke läuft schlecht
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21:01 06.04.2015
Von Jens Heitmann
Apotheken sind schon länger keine Selbstläufer mehr.
Apotheken sind schon länger keine Selbstläufer mehr. Quelle: dpa
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Hannover

Nach Einschätzung der Experten von der Treuhand Hannover wird sich dieser Trend auch im laufenden Jahr fortsetzen. „Die Spreizung im Markt wird immer größer“, sagt Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen. Apotheken sind schon länger keine Selbstläufer mehr. Vor allem Eingriffe des Gesetzgebers haben die Ertragskraft der Branche geschwächt: Seit 2009 sinkt bundesweit die Zahl der Betriebe. Auch wenn die Politik die Folgen der Neuordnung des Arzneimittelmarktes von 2011 inzwischen wieder abgemildert hat, stünden die Apotheken heute noch schlechter da als zuvor, sagt Linz.

Nach den aktuellen Zahlen für Niedersachsen - die für den Bund liegen noch nicht vor - haben die Betriebe im vergangenen Jahr im Durchschnitt vor Steuern ein Betriebsergebnis von 128 000 Euro erzielt, ein Plus von knapp einem Prozent. Da rund 50 Apotheken mit einem deutlich höheren Umsatz den Schnitt insgesamt nach oben ziehen, dürfte die Mehrzahl der Betriebe jedoch deutlich weniger einnehmen.

Nach Berechnungen der Treuhand erreichte zuletzt knapp ein Drittel der Apotheken operativ eine Marge von 8 Prozent oder mehr, rund ein Fünftel blieb jedoch unter der Marke von 4 Prozent. Auf diesem Niveau gelte die Wirtschaftlichkeit einer Apotheke als fraglich, heißt es. Insbesondere bei vielen Filialbetrieben - seit 2004 dürfen Inhaber neben ihrem Stammsitz bis zu drei weitere Apotheken betreiben - laufen die Geschäfte deutlich schlechter als bei der Mehrheit.

Schwer tun sich dem Vernehmen nach auch viele Apotheken, die in Einkaufscentern liegen. Den Betrieben fehlt der Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, da dort in der Regel keine Ärzte ansässig sind. Für frei verkäufliche Präparate bekommen die Apotheker aber deutlich weniger Geld. Als Faustregel gilt: Man muss drei Packungen Aspirin verkaufen, um am Ende genauso viel in der Kasse zu haben wie bei einem rezeptpflichtigen Arzneimittel.

Für das laufende Jahr rechnet die Treuhand für die Branche mit einem Umsatzplus von 3,5 Prozent - mehr verdienen dürften die Apotheken aber trotzdem nicht, heißt es. Eher wahrscheinlich sei sogar ein leichtes Minus, da die Kosten für das Personal und den Wareneinsatz stärker anziehen dürften als die Erlöse.

Bei der Beschaffung leiden die Apotheker unter zwei Trends: Zum einen gewähren die Pharmagroßhändler geringere Rabatte - ein Prozent Preisnachlass weniger mache im Einkauf einen fünfstelligen Betrag aus, heißt es. Zum anderen kommen derzeit mehrere besonders teure Präparate auf den Markt, die prozentual eine geringere Marge abwerfen.

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