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Niedersachsen K+S will Kalibergwerk wieder öffnen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen K+S will Kalibergwerk wieder öffnen
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21:58 13.06.2012
Von Carola Böse-Fischer
Um das Bergwerk als Reserve vorzuhalten, sind ständige Unterhaltungsarbeiten nötig. Quelle: Hartmann
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Hannover

Eine von rund 50 Ingenieuren und Geologen des Kasseler Konzerns und externen Spezialisten erstellte Machbarkeitsstudie ist jetzt zu einem positiven Ergebnis gekommen. Die technischen und betriebswirtschaftlichen Aspekte einer möglichen Wiedereröffnung des Bergwerks Siegfried-Giesen seien „als aussichtsreich“ bewertet worden, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch mit.

Die Kalimine in der Region zwischen Sarstedt, Giesen und Nordstemmen hatte K+S wegen der Überkapazitäten auf dem Kalimarkt 1987 geschlossen. In dem Salzstock liegen nach Angaben von K+S noch Vorräte von 52,5 Millionen Tonnen Kalirohsalz und 0,5 Millionen Tonnen Steinsalz. In tieferen Schichten vermutet das Unternehmen noch weit mehr Kalisalz. Dadurch könnte sich die Lebensdauer des Bergwerks nach früheren Angaben auf 40 Jahre verdoppeln.

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Mit dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie ist der erste Schritt zur Reaktivierung von Siegfried-Giesen getan. Nun werde die Genehmigungsfähigkeit des Projekts für das nötige Raumordnungsverfahren und das anschließende Planfeststellungsverfahren geprüft und danach die erforderlichen Anträge gestellt, erklärte K+S. Für beide Verfahren seien der Landkreis Hildesheim und das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie federführend. Die Genehmigungsphase, an der die Öffentlichkeit beteiligt sei, dürfte mehrere Jahre dauern, wie ein K+S-Sprecher sagte. Das hänge vor allem mit den hohen Umweltauflagen zusammen, die K+S erfüllen müsse.

Der Konzern hatte bereits angekündigt, dass er die mit dem Kaliabbau verbundenen Eingriffe in die Umwelt so gering wie möglich halten werde. So sollen Rückstände beim Abbau minimiert werden, indem sie etwa in der Produktion wieder eingesetzt würden, hieß es. Dafür will K+S „mehrere 100 Millionen Euro“ investieren, wie der Firmensprecher sagte. Zuvor war bereits die Rede von rund 500 Millionen Euro, die sich der Konzern die Wiederinbetriebnahme und den Bau der „modernsten Kalifabrik der Welt“ kosten lassen wolle. Mehrere Hundert neue Jobs würden dadurch in der Region entstehen.

Läuft alles glatt, könnte K+S zum Ende des Jahrzehnts mit der Produktion von 2 bis 2,5 Millionen Tonnen Kalirohsalz beginnen – und damit „nahtlos“ das Bergwerk Sigmundshall in Wunstorf-Bokeloh ersetzen, das dann wegen erschöpfter Lagerstätten geschlossen werden müsste.

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