Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen KWS Saat profitiert vom Boom bei Biogasanlagen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen KWS Saat profitiert vom Boom bei Biogasanlagen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:06 28.10.2010
In Einbeck entwickelt KWS Saatgut für die ganze Welt. Quelle: dpa
Anzeige

Nach einem leichten Zuwachs im abgelaufenen Geschäftsjahr rechnet der Einbecker Agrarkonzern KWS Saat auch in diesem Jahr mit einem besseren Ergebnis. Der Gewinn vor Steuern werde voraussichtlich um 5 Prozent zulegen, ebenso der Umsatz, kündigte Vorstandschef Philip von dem Bussche bei der Vorstellung der Bilanz in Frankfurt an.

Im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr war der Umsatz vor allem wegen eines deutlich besseren Geschäfts mit Mais- und Zuckerrübensaatgut um 5,1 Prozent auf 754,1 Millionen Euro gestiegen. Der Vorsteuergewinn ging um 5,8 Prozent auf 82,4 Millionen Euro nach oben, während das Nettoergebnis weniger stark auf 51,5 Millionen Euro zulegte. Über einen höheren Zuwachs dürfen sich die Aktionäre freuen. Die Dividende soll um 10 Cent auf 1,90 Euro pro Aktie erhöht werden.

Anzeige

Das für das Unternehmen sehr wichtige Zuckerrübengeschäft bleibt jedoch mit einer Unsicherheit behaftet. Bis Jahresende wird die amerikanische Landwirtschaftsbehörde entscheiden, ob eine gentechnisch veränderte Zuckerrübe im kommenden Jahr angebaut werden darf. Die Rübe ist zwar bereits seit 2007 auf US-Äckern gepflanzt, doch gegen die ursprüngliche Genehmigung hatten Verbraucherverbände geklagt und eine erneute Beurteilung der Umweltverträglichkeit erzwungen, die Mitte 2012 abgeschlossen sein soll. Ob bis dahin der Anbau weiter genehmigt werden kann, wird das Ministerium erst im Dezember entscheiden. Für die Zukunft des Produkts bleibe daher „ein Restrisiko“, sagte von dem Bussche. Der Konzern hält vorsorglich sowohl das genetisch veränderte Saatgut als auch konventionelles Saatgut auf Lager, um in jedem Fall liefern zu können.

Weltweit hat KWS mit Saatgut für Zuckerrüben im abgelaufenen Geschäftsjahr 247,4 Millionen Euro Umsatz gemacht, 9 Prozent mehr als im Vorjahr. In ähnlicher Größenordnung legte auch das Maisgeschäft auf 413,4 Millionen Euro zu. Schwächen zeigte das Geschäft mit Getreidesaatgut, der Umsatz fiel um 17 Prozent auf 70 Millionen Euro. Eine Besserung deute sich aber an.

Wachstum verspricht sich von dem Bussche in der nahen Zukunft vor allem von Osteuropa, wo die Nachfrage nach Zuckerrüben steige. Auch bei Mais gebe es Chancen, etwa mit später reifenden Sorten in Italien und anderen südlichen Ländern zu expandieren. Die aus dem laufenden Geschäft finanzierten Investitionen sollen weiter hoch gehalten werden, um mittelfristig das Maisgeschäft in China ankurbeln und mehr gentechnisch verändertes Saatgut selbst entwickeln zu können. Bislang zahlt der Konzern in vielen Fällen Lizenzgebühren etwa an den Branchenriesen Monsanto.

Albrecht Scheuermann