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Niedersachsen Keine Chance mehr für den Emskanal
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15:38 02.09.2011
Die Idee eines Kanals für die Schifffahrt bringt nach einem Gutachten zu wenig für den Naturschutz. Quelle: dpa
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Bremen/Leer

Der Bau eines Emskanals quer durch Ostfriesland hat jetzt auch aus Sicht von Naturschutzorganisationen keine Chance mehr. Nach einem unabhängigen Gutachten sehen NABU, BUND und WWF in einer Kanalverbindung zwischen Leer und Papenburg keine ausreichende ökologische Verbesserung des Flusses. Sie wollten daher die Kanalidee nicht weiter verfolgen, erklärten Vertreter der Organisationen am Freitag in Bremen. Stattdessen müssten Alternativen zur Renaturierung der Ems geprüft werden. Der Fluss leidet nach vielen Ausbaggerungen für Schiffsüberführungen der Papenburger Meyer Werft an Sauerstoffmangel und Verschlickung.

Bereits im Februar hatte die niedersächsische Staatskanzlei einen rund 20 Kilometer langen Emskanal als machbar, aber auch als zu teuer bezeichnet. Die Kosten werden auf rund eine Milliarde Euro geschätzt.

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Die Umweltverbände hatten das Kanal-Projekt Ende 2008 nach Verhandlungen mit der Meyer Werft und der Landesregierung überraschend ins Spiel gebracht. Lokale Umweltgruppen, Anwohner, und Lokalpolitiker lehnen die Kanalidee ab. Die Bürgerinitiative „Rettet die Ems“ in Leer pocht stattdessen auf einen Umzug der Papenburger Meyer Werft an die Küste. Das lehnt die Werft mit Hinweis auf die Arbeitsplätze in der Region ab.

„Die Kanalidee war nicht falsch, aber wir müssen sie jetzt beerdigen“, sagte der niedersächsische BUND-Geschäftsführer Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler. Die alte Forderung nach einer Verlagerung der Werft sei derzeit jedoch kein Thema: Naturschützer hätten dies seit 25 Jahren vorrangig verfolgt, ohne dass die Politik dies aufgegriffen habe. Jetzt müssten dringend Alternativen her.

Geprüft werden derzeit vor allem Veränderungen am Emssperrwerk bei Gandersum, das etwa zur Manipulation der Wasser- und Schlickmassen bei Ebbe und Flut herhalten soll. Entsprechende Versuche hatten Ende 2010 jedoch zu einer schweren Panne geführt, da die Strömung zu stark war.

Im Juni 2009 hatten die drei Organisationen ihren jahrzehntelangen Streit mit der Meyer Werft um Schiffsüberführungen auf der Ems überraschend beigelegt. Details der als „Generationenvertrag“ gelobten Regelung für das umstrittene Aufstauen der Ems im Sommer sind bislang jedoch nicht veröffentlicht, da mit der Werft Stillschweigen vereinbart wurde. Die Organisationen verzichteten seitdem auf die Forderung nach einem Werftumzug.

„Vielleicht kommen am Ende des Prozesses wieder alte Fragen auf den Tisch“, schloss Bodenstein-Dresler ein Umdenken nicht aus. „Der Fluss wird seit 1984 vergewaltigt und schlägt irgendwann zurück“. „Wenn nichts passiert, müssen wir uns neu sortieren“, sagte auch Beatrice Claus vom WWF.

dpa

Dirk Stelzl 01.09.2011