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Niedersachsen Klage gegen die Nord/LB scheitert
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Klage gegen die Nord/LB scheitert
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07:47 29.10.2014
Von Jens Heitmann
Foto: Die Kläger hatten der Nord/LB vorgeworfen, zwei Schiffsfonds „ohne Not in die Insolvenz getrieben“ zu haben.
Die Kläger hatten der Nord/LB vorgeworfen, zwei Schiffsfonds „ohne Not in die Insolvenz getrieben“ zu haben. Quelle: dpa
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Hannover

Die 7. Kammer für Handelssachen habe die Klage der „Interessengemeinschaft Pride“ (IG Pride) abgewiesen, teilte die Bank am Dienstag mit. Die Nord/LB hatte die Fonds weder aufgelegt noch vertrieben, sie war lediglich Kreditgeberin.

Die Kläger hatten der Bank vorgeworfen, zwei Schiffsfonds „ohne Not in die Insolvenz getrieben“ zu haben. Bei dem Rechtsstreit ging es um die beiden weitgehend baugleichen Schiffe „Pride of Paris“ und „Pride of Madrid“. Das Hamburger Emissionshaus Ownership hatte den Bau in Auftrag gegeben und dafür Ende 2006 bei mehreren Hundert privaten Anlegern insgesamt etwa 18 Millionen Euro eingeworben. Die Nord/LB steuerte 28 Millionen Euro als Darlehen bei. Sie bekam zur Absicherung ein Pfandrecht an den Schiffen.

Die beiden Schiffe sollten an die Bremer Beluga-Reederei verchartert werden. Doch durch die weltweite Schifffahrtskrise und die Pleite der Beluga-Reederei Anfang 2011 geriet das Geschäft in Schieflage; die Kreditraten an die Nord/LB flossen nicht mehr wie vereinbart. Verhandlungen zwischen Ownership beziehungsweise den Anlegern und der Bank über eine neue Finanzierung scheiterten - schließlich stellte die Nord/LB die Kredite fällig, die Fonds steuerten im Sommer 2012 in die Insolvenz. Bei der anschließenden Versteigerung der Schiffe erhielt eine der Nord/LB genehme Gesellschaft den Zuschlag und auch neue Kredite.

Da der Versteigerungserlös nicht einmal die Kredite ganz abdeckte, gingen die Anleger der beiden Schiffe leer aus. Ihre Anwälte warfen der Bank vor, sich nicht an Vereinbarungen und Zusagen gehalten zu haben. Hätte sie anders reagiert, wäre der Schaden vermeidbar gewesen. Die Fonds seien durch die Beluga-Pleite „unverschuldet“ in Not geraten - die Schiffe seien heute profitabel unterwegs. Die Nord/LB teilt diese Sichtweise nicht. Es habe einen „erheblichen Tilgungsrückstand“ gegeben, hieß es. Deshalb sei die Bank zur Kündigung berechtigt gewesen.