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Niedersachsen Keine vorschnelle Lösung
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18:43 02.04.2019
Eine von Air Canada betriebene Boeing 737 Max 8 landet. Quelle: dpa
Hannover

Boeing hatte eine schnelle Lösung im Sinn – eine vorschnelle, wie sich nun zeigt: Innerhalb nur einer Stunde wollte der Konzern eine neue Version der umstrittenen Flugsoftware MCAS mit zusätzlichen Sicherheitsfunktionen aufspielen, damit seine Maschinen vom Typ 737 Max wieder starten können. Eine Nachschulung für die Piloten sei sogar in der Hälfte dieser Zeit möglich, hieß es noch vor wenigen Tagen. Daraus wird nun erst einmal nichts: Die US-Luftfahrtbehörde FAA stellt sich quer.

Endlich, möchte man hinzufügen. Alle Indizien deuten bisher darauf hin, dass es nicht nur bei Boeing zu Versäumnissen gekommen ist, sondern auch bei den staatlichen Kontrolleuren. Beide haben es zugelassen, dass bei der 737 Max ein wichtiger Sensor nur einmal vorhanden ist, der Signale für einen drohenden Abriss der Strömung liefert. Solche Systeme werden in der Luftfahrt in der Regel doppelt eingebaut, um die Sicherheit zu erhöhen. Auch Boeing soll das angeboten haben – allerdings als kostenpflichtiges Extra.

Die Eile von Boeing ist einerseits verständlich: Das Modell 737 Max füllt 90 Prozent des Orderbuches, der Wert der Aufträge beläuft sich auf mehr als 500 Milliarden Dollar. Je länger die bereits ausgelieferten Maschinen am Boden bleiben müssen und neue nicht ausgeliefert werden, desto höher könnten die Schadenersatzansprüche der Fluggesellschaften werden – falls sich die Vorwürfe gegen den Konzern bestätigen. Andererseits müsste auch den Verantwortlichen in Seattle inzwischen klar sein, dass sie sich weitere Leichtsinnigkeiten erst recht nicht leisten können.

Von Jens Heitmann

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