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Niedersachsen Nachjustieren mitten in der Krise
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen

Kommentar zu Continental: Nachjustieren mitten in der Krise

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14:58 07.08.2019
Fahnen mit dem Continental-Logo wehen vor der Hauptverwaltung des Unternehmens. Quelle: dpa
Hannover

Öffentliche Auftritte von Elmar Degenhart als unaufgeregt zu beschreiben, wäre eine Untertreibung. Der Conti-Chef trägt Argumente und Analysen gern betont langsam vor – wobei nicht ganz klar ist, ob er das aus Rücksicht auf das nicht immer fachkundige Publikum tut oder aus purer Gewohnheit. Auch den Aktionären gegenüber war diese Attitüde bisher nicht von Nachteil: Wer seine Worte so sorgsam setzt, so schien es über Jahre, der kann kein Getriebener von Entwicklungen sein, die sich seiner Kontrolle entziehen.

Oder doch? Dass Degenhart auch eine andere Tonlage beherrscht, wissen die Mitarbeiter spätestens seit einem Brandbrief an die Führungskräfte vom vergangenen September. Weil einzelne Bereiche die vorgegebenen Ziele nicht erreichten, hatte der Konzern seine Ziele gleich zweimal nach unten korrigieren müssen. Seither sind Gewinnwarnungen für den Vorstand zwar fast schon Routine – verantwortlich dafür sollen aber weiterhin nicht die eigenen Erwartungen sein, sondern angeblich unabsehbare Einbrüche der Konjunktur und neuerdings der „disruptive Markt“.

Natürlich kann sich Continental nicht dem Trend der Branche entziehen: Wenn die Nachfrage einbricht, spüren das Hersteller und Zulieferer gleichermaßen. Nur hat Degenhart bisher immer den Eindruck vermittelt, als sei der Konzern für so einen Einbruch besser gewappnet als andere – gerade auch weil man sich beim Antrieb der Zukunft nicht voreilig auf die Elektromobilität festgelegt hatte. Nun sieht es so aus, als müsste Conti mitten in der Krise nachjustieren: Das E-Auto setzt sich schneller durch als gedacht – und die eigenen Werke sind darauf nicht vorbereitet.

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