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Niedersachsen Rückschlag für Diess
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20:57 13.03.2019
Der Druck auf Herbert Diess bleibt hoch. Quelle: dpa
 Hannover

Zwei Sätze brauchte Volkswagen, um den Börsengang seiner Lkw-Sparte abzublasen. Im gegenwärtigen Marktumfeld nehme man Abstand von dem Vorhaben, grundsätzlich verfolge man das Ziel aber weiter, teilte der Konzern per Adhoc-Meldung mit. Es ist ein Rückschlag für VW-Chef Herbert Diess.

Der Österreicher führt den Konzern seit knapp einem Jahr, die Kernmarke VW seit mehr als drei Jahren. Mit seinem Willen und seiner Umtriebigkeit hat er sich viel Respekt verschafft. Doch mit dem Traton-Börsengang ist ein wichtiges strategisches Projekt gefloppt. Diess wollte die Lkw-Sparte zwar nicht ganz verkaufen, aber unabhängiger und wettbewerbsfähiger machen.

Das ist nun gescheitert: Offenbar hatte sich abgezeichnet, dass die Aktien nicht die erhoffte Milliardensumme einbringen. So zog Diess die Notbremse. Ein zweiter Anlauf in den nächsten Monaten oder Jahren wird allerdings auch nicht einfach. Die Konjunktur kühlt sich ab, die Klimaschutzvorgaben machen das Lkw-Geschäft schwieriger.

DiessNimbus ist angekratzt. Für den Brexit, Diskussionen über US-Strafzölle und die sinkende Nachfrage in China kann er zwar nichts. Die Arbeitnehmervertreter im Konzern schimpfen aber zurecht über milliardenteure Managementfehler bei der Planung für den Abgastest WLTP. Und der Druck bleibt hoch: Der geplante Stellenabbau in der Verwaltung könnte Diess weiteren Ärger mit dem Betriebsrat einbringen, er braucht Partner für die Entwicklung autonomer Autos und muss sich entscheiden, ob VW selbst Batteriezellen fertigen soll oder nicht.

Von Christian Wölbert

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