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Niedersachsen Ein erster kleiner Schritt
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19:02 07.03.2019
Die Konsolidierung unter den Volksbanken läuft.
Die Konsolidierung unter den Volksbanken läuft. Quelle: dpa
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Hannover

Der Weg an die Spitze ist durch große Sprünge oder mit vielen kleinen Schritten möglich. Die Frankfurter Volksbank hat sich für die zweite Strategie entschieden: Seit 1990 hat das Institut schon 19-mal mit anderen Häusern fusioniert – und ist damit immer näher an die führenden Genossenschaftsbanker aus Berlin herangerückt. Am Main mag man das als Erfolg empfinden, im Vergleich zur Frankfurter Sparkasse jedoch bleibt die dortige Volksbank eine kleine Nummer.

Das Beispiel zeigt, warum der Konsolidierungsdruck im „blauen“ Lager deutlich größer ist als im „roten“: Viele Volks- und Raiffeisenbanken haben einen treuen Kundenstamm und sind in ihrer Region fest verwurzelt – für Geschäfte mit größeren Firmenkunden aber sind sie oft nicht groß genug. Um insbesondere im Wettbewerb mit den Sparkassen bestehen zu können, kommt man an Zusammenschlüssen nicht vorbei. Der Trend ist nicht neu: 1970 gab es rund 7000 Genossenschaftsbanken, Mitte der Achtzigerjahre waren es noch halb so viele, inzwischen liegt ihre Zahl deutlich unter 1000.

Angesichts der Größenverhältnisse der Volksbanken in der Region rund um die Landeshauptstadt liegt es nahe, dass der geplante Zusammenschluss zwischen der Hannoverschen Volksbank und den Kollegen aus der Hildesheimer Börde nicht die letzte Fusion in diesem Gebiet sein wird. Schon ein Blick auf die Karte und das Filialnetz zeigt, dass eine Erweiterung um die Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen neue Synergien verspricht. Noch stehen dem die Animositäten zwischen den Hildesheimern entgegen – ein erster kleiner Schritt aber ist nun getan.

Von Jens Heitmann