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Niedersachsen Spahn doktert an Symptomen herum
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Spahn doktert an Symptomen herum
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21:01 15.11.2018
Patienten sollen künftig schneller einen Termin beim Arzt bekommen. Die Bundesregierung will, dass Mediziner mehr Sprechstunden anbieten. Quelle: Bernd Weissbrod/dpa
Hannover

Die Deutschen gehen gern zum Arzt. Durchschnittlich zehnmal im Jahr zieht es sie in eine Praxis – die meisten anderen Europäer kommen mit deutlich weniger Besuchen aus. Obwohl sich die Zahl der niedergelassen Ärzte seit 1990 hierzulande um mehr als die Hälfte erhöht hat, sind Wartezimmer voll und Termine nur schwer zu bekommen. In ihrer Not – oder aus Bequemlichkeit – ziehen viele Patienten weiter und verstopfen auch noch die Notfallambulanzen in den Krankenhäusern.

An Versuchen der Politik, dieses Dilemma zu beseitigen, hat es in der Vergangenheit nicht gefehlt. Dabei gab es zwei Ansätze: Damit die Ärzte kein Interesse haben, sich ihr eigenes Angebot zu schaffen, wurde das Volumen der bezahlten Leistungen mithilfe von Budgets begrenzt – wer mehr abrechnet, geht leer aus. Um Patienten mit kleineren Wehwehchen von den Praxen fernzuhalten, hat der Gesetzgeber zwischenzeitlich eine Eintrittsgebühr erheben lassen.

Beide Versuche haben nicht viel gebracht: Die Praxisgebühr schaffte der Bundestag in seltener Einstimmigkeit wieder ab, weil sie die Erwartungen nicht erfüllte. Die Budgets haben die Kassenärzte in beharrlicher Kleinarbeit so ausgehöhlt, dass sie heute nur noch für etwas mehr als die Hälfte des Leistungskatalogs gelten. Dass es der Initiative des aktuellen Gesundheitsministers besser ergeht, ist wenig wahrscheinlich: Auch mit diesem Gesetz doktert man nur an Symptomen herum. Ein echte Abhilfe hingegen würde richtig Geld kosten: Entweder muss man die Niederlassungsbeschränkungen für die Ärzte aufheben oder eine spürbare Eigenbeteiligung der Patienten einführen. Beides ist politisch bisher nicht gewollt. Bericht: Seite 1

Von Jens Heitmann

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