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Niedersachsen Kommentar: Sparziele ersetzen keine Strategie
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Kommentar zur Deutschen Bank: Sparziele ersetzen keine Strategie

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19:07 01.07.2019
„Viele Zahlen mit ganz vielen Nullen“: Die Deutsche Bank ist in der Krise. Quelle: Andreas Arnold/dpa
Hannover

Als Belege für die Krise der Deutschen Bank lassen sich viele Zahlen mit ganz vielen Nullen heranziehen – eine vergleichsweise kleine hingegen sticht besonders heraus: Das Geldhaus hat immer noch 643 Mitarbeiter auf seiner Gehaltsliste, die mehr als eine Million Euro im Jahr verdienen. So viele Topverdiener leistet sich keine andere Bank in Europa – nicht einmal jene Finanzkonzerne, die wirtschaftlich deutlich besser dastehen. Insgesamt hat die Deutsche Bank zuletzt knapp 2 Milliarden Euro an Boni an ihre Mitarbeiter ausgeschüttet.

Die große Gruppe der Gehaltsmillionäre zeigt, wie sehr Anspruch und Wirklichkeit in Frankfurt auseinanderklaffen. Im vergangenen Jahr hat die Bank zwar erstmals seit 2014 wieder Geld verdient, der Gewinn blieb jedoch weit hinter dem der meisten Konkurrenten zurück. Vor allem die selbstverliebten Investmentbanker haben den Anschluss verloren, ohne bisher auf ihre Privilegien verzichten zu müssen. Aber auch abgesehen von deren Exzessen sind die Kosten der Deutschen Bank schlicht zu hoch.

Insofern ist es keine Überraschung, dass die jüngst bei der Hauptversammlung angekündigten „harten Einschnitte“ zuerst das Personal treffen: Ein groß angelegter Stellenabbau bringt den Vorstand seinen Sparzielen näher und sorgt – zumindest kurzfristig – für Auftrieb an der Börse. Einer Antwort auf die Frage, wo die Bank künftig ihr Geld verdienen will, bringt sie dieser Schritt indes nicht näher. Hier würden auch die Privat- und Firmenkunden alsbald gern Näheres erfahren. Die Zeiten, in denen man seine Geschäfte auch aus Gründen des Renommees über die Deutsche Bank abwickeln wollte, sind schon länger vorbei.

Von Jens Heitmann

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