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Niedersachsen Konica Minolta will mit Investitionen durch die Krise kommen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Konica Minolta will mit Investitionen durch die Krise kommen
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18:56 22.12.2009
Von Helmuth Klausing
Günther Schnitzler ist Statthalter von Konica Minolta in Langenhagen. Quelle: Nico Herzog
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Auch sonst hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert in seinem Geschäft. Nicht nur, dass die einst erbitterten Konkurrenten Konica und Minolta seit sechs Jahren ein gemeinsames Unternehmen bilden. Das Zusammenwachsen sei schneller gegangen, als er zunächst geglaubt habe, sagt Schnitzler. Heute steht Konica Minolta in der Nord/LB-Rangliste der größten Unternehmen in Niedersachsen auf Platz 13.

Geändert habe sich auch das Geschäft selbst, sagt Schnitzler. Natürlich gehe es am Ende um Verkauf, Leasing oder Vermietung der zumeist kühlschrankgroßen Alleskönnergeräte. Immer wichtiger werde inzwischen aber die Beratung. So bietet Konica Minolta potenziellen Kunden eine Analyse ihrer Dokumentenverwaltung an. Und sagt zugleich, was sich besser machen ließe und wie viel das Unternehmen dadurch einsparen könnte – an Geräten, Papier, Toner und Strom.

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„Diese Analyse ist kostenpflichtig“, betont Schnitzler. Was nichts kostet, sei in den Augen der Kunden auch nichts wert. So eine Analyse brauche Zeit und Personal . Sie müsse schon deshalb gewissenhaft gemacht werden, weil Konica Minolta in eine ungemütliche Situation geriete, wenn sie anschließend den Auftrag für neue Geräte erhielten und sich das versprochene Einsparvolumen dann doch nicht einstellte.

Die Wirtschaftskrise spüre man in Langenhagen schon deutlich, räumt Schnitzler ein. Vielen Kunden gehe es nicht so gut: „Bei Unternehmen mit weniger Aufträgen fallen oft geringere Druck- und Kopiervolumen an.“ Auch Konica Minolta selbst sei von der Krise hart getroffen worden und auch 2010 werde noch ein hartes Jahr. Zahlen nennt Schnitzler mit Verweis auf die verschwiegene japanische Konzernmutter nicht. Gespart werde, wo es geht: Videokonferenzen ersetzen manche Dienstreise, auch Fahrten zu zentralen Schulungen gibt es kaum noch. Stattdessen büffeln die Mitarbeiter online im „virtuellen Klassenzimmer“ vor ihrem Computer am Arbeitsplatz.

Auch sei für die bundesweit rund 1500 Mitarbeiter, davon 508 in Langenhagen (286 im deutschen, 222 im europäischen Geschäftsbereich), weniger zu tun. Man nutze diese Zeit, um die Beschäftigten in einer neuen Software zu schulen. Auch den Zukauf des Stuttgarter Büromaschinengroßhändlers Veenman hat es in diesem Jahr gegeben. Äußerlich keine Anzeichen von Krise also, selbst Kurzarbeit gebe es bei Konica Minolta nicht.

Er wolle ohne Personalabbau durch die schwierige Zeit kommen, betont Schnitzler: „Wir haben gute Mitarbeiter, die einen guten Job machen, sonst wären sie ja nicht da.“ Zudem spürt er auf der Kundenseite in der Krise eine größere Bereitschaft, sich über neue Technik und die damit oft einhergehende Kostenersparnis – allein schon durch einen geringeren Energieverbrauch – beraten zu lassen.

Viele Geräte tragen die Siegel „Energy Star“ und den blauen „Umwelt-Engel“. So verwendet Konica Minolta etwa einen besonderen Toner, der zum Fixieren auf dem Papier nicht mehr so sehr erhitzt werden muss – 20 Prozent Energieeinsparung gegenüber älteren Modellen sind die Folge. Bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen war das Unternehmen einer der Hauptsponsoren und stellte für die Tagungsteilnehmer 30 Multifunktionsgeräte zur Verfügung.

Nur manchmal ertappt sich Schnitzler noch dabei, dass er seine Maschinen doch „Kopierer“ nennt. Er sei eben schon sehr lange in der Branche, entschuldigt er sich dann. Und er kenne noch die Zeit, in der die grauen Geräte wirklich nur kopieren konnten.

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