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Niedersachsen Nord/LB rechnet mit Erholung der Wirtschaft
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen

Konjunkturprognose für 2020: Nord/LB rechnet mit Erholung der Wirtschaft

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14:49 09.01.2020
Der Maschinenbau bleibt das Sorgenkind der Industrie. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Hannover

Trotz der Kriegsgefahr am Persischen Golf und des fortdauernden Handelskonflikts zwischen den USA und China sieht die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) keine Gefahr für eine globale Rezession. „Wir rechnen in diesem Jahr mit einer langsamen Erholung der Weltwirtschaft“, sagte Vorstandsmitglied Christoph Dieng am Donnerstag zur aktuellen Konjunkturprognose: „Alle Indikatoren sprechen für eine allmähliche Bodenbildung.“ Für Deutschland erwartet die Nord/LB eine Steigerung der Wirtschaftsleistung um 1,1 Prozent – nach 0,5 Prozent im Vorjahr.

Der verhaltene Optimismus der Volkswirte stützt sich auf Signale, dass sich der Streit zwischen den Regierungen in Washington und Peking entspannen könnte. Nachdem beide Seiten auf weitere Strafzölle verzichtet hätten, erhöhten sich die Chancen auf eine Deeskalation. In der nächste Woche wollen die USA und China ein erstes Teilhandelsabkommen unterzeichnen, in dem es unter anderem um Agrarprodukte geht. Der Waffenstillstand bleibe aber fragil, sagte Dieng: „Wenn der Geist des Protektionismus erst aus der Flasche ist, lässt er sich nur schwer wieder zurückholen.“

Der Maschinenbau hängt weiter durch

Die deutsche Wirtschaft bietet kein einheitliches Bild. Während der Boom am Bau anhält und neben dem Handel auch die Dienstleister wieder Hoffnung schöpfen, werde die Flaute in der Industrie anhalten, sagte Chefvolkswirt Christian Lips. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes konnten die Betriebe ihre Gesamtproduktion im November mit einem Plus von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat zwar unerwartet stark steigern – im Jahresvergleich aber fiel die Produktion um 2,6 Prozent geringer aus. Nach einer Trendwende sehe es auch 2020 nicht aus, sagte Lips.

Insbesondere der Maschinenbau hängt durch: Im November sank der Auftragseingang um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. „Damit setzt sich die negative Entwicklung der vergangenen Monate fort“, sagte dessen Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Die Bestellungen aus dem Inland verringerten sich um 15 Prozent. Ausländische Kunden fragten 14 Prozent weniger Maschinen und Anlagen „Made in Germany“ nach als im November 2018. Neben der schwächeren Weltkonjunktur leidet die deutsche Schlüsselindustrie unter dem Strukturwandel der Autohersteller, die ein wichtiger Abnehmer für deren Produkte sind.

Niedersachsen schlägt sich etwas besser als der Bund

Obwohl die Wirtschaft in Niedersachsen stark von der Industrie geprägt ist, hat das Minus bei den Aufträgen noch nicht auf die Umsätze durchgeschlagen: Im Fahrzeug- und im Maschinenbau standen Ende September noch Zuwächse von 4,8 beziehungsweise 7 Prozent zu Buche. Auch die Nahrungsmittel- und Futterindustrie verzeichnete ein Umsatzplus von 3,4 Prozent. Insgesamt erwartet die Nord/LB für die niedersächsische Wirtschaft im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 0,6 Prozent. Für 2020 rechnet die Landesbank mit einem Plus bei der Wirtschaftsleistung von 1,2 Prozent. „Das wäre eine robuste Entwicklung – allerdings auf niedrigem Niveau“, sagte Volkswirt Eberhard Brezski.

Von Jens Heitmann

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