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Niedersachsen AOK: Männer sind Vorsorgemuffel
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen AOK: Männer sind Vorsorgemuffel
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14:56 11.03.2019
Die Bildschirmdarstellung einer Magnetresonanz-Mammographie. Quelle: dpa
Hannover

Die Teilnahmeraten bei der Krebs-Früherkennung steigen – sie könnten aber noch höher sein, wenn die Patienten besser über den Nutzen und die Nachteile aufgeklärt würden. Zu diesem Ergebnis kommt der Versorgungs-Report des Wisenschaftlichen Instituts der AOK. „Es ist ein erfreuliches Ergebnis, dass rund zwei Drittel der gesetzlich Versicherten diesen Untersuchungen grundsätzlich positiv gegenüberstehen“, sagte der Vorstandschef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch. Bei der Aufklärung der Patienten über Nutzen und Nachteile gebe es jedoch noch Defizite.

Im Report zeigen sich zwei Trends: Zum einen nehmen Frauen öfter Angebote zu Vorsorgeuntersuchungen wahr als Männer, zum anderen steigt bei Männern die Zahl der Teilnehmer mit dem Alter an. Zudem gibt es große Unterschiede bei der Inanspruchnahme der verschiedenen Screening-Arten. Die höchsten Teilnahmeraten finden sich dabei mit mehr als 75 Prozent bei der allgemeinen Krebsfrüherkennung für Frauen zwischen 25 und 45 Jahren, die niedrigsten Raten beim Hautkrebs-Screening.

Die Gründe, die nach Einschätzung der Versicherten gegen eine Teilnahme an der Früherkennung sprechen, sind mehrschichtig: Mit Blick auf Screening-Angebote für Darm- und Gebärmutterhalskrebs gaben mehr als 40 Prozent der Nicht-Teilnehmer an, dass sie sich gesund fühlen – obwohl die Vorsorge ausdrücklich für Gesunde gedacht ist. Jeder zehnte Befragte aus dieser Gruppe gab an, die Untersuchung nicht zu kennen. Nur jeder zwanzigste ließ durchblicken, dass Angebot abzulehnen.

Es gibt aber auch spezifische Vorbehalte: So erklärte jeder zehnte Nicht-Teilnehmer am Darmkrebs-Screening, Angst vor der Untersuchung zu haben. Jede fünfte Frau, die nicht an Mammografie-Untersuchungen teilnahm, war aus Prinzip dagegen. In Niedersachsen liegt die Teilnahmequote beim Brustkrebs-Screening mit 61 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt mit 49 Prozent. Das liege auch an der vergleichsweise großen Zahl an Screening-Bussen („Mamma-Mobile“) im Vergleich zu anderen Ländern, hieß bei der hiesigen AOK..

Die Vorbehalte gegenüber der Vorsorge seien nicht immer unbegründet, sagte Prof. Norbert Schmacke vom Institut für Public Health und Pflegeforschung der Uni Bremen: „Der Nutzen von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen wird in der Regel deutlich überschätzt, die Risiken hingegen deutlich unterschätzt.“ Von tausend Frauen, die im Alter von 50 bis 69 Jahren regelmäßig am Brustkrebs-Screening teilnehmen, würden nur etwa zwei bis sechs vor dem Tod durch ein Karzinom bewahrt – etwa neun bis zwölf Frauen dagegen würden wegen eines entdeckten Tumors operiert oder bestrahlt, der ihr Leben sonst nicht beeinträchtigt hätte, sagte Schmacke.

Beim Darmkrebs-Screening zeigen sich deutlich mehr Vor- als Nachteile: Studien zufolge lässt sich mit jeder 28. Vorsorgeuntersuchung die Ausbildung eines Karzinoms verhindern. Zu Komplikationen – wie etwa Blutungen – komme es nur bei weniger als einem Prozent der Fälle. Gerade dieses Vorsorge-Angebot geht aber offenbar besonders häufig an der eigentlichen Zielgruppe vorbei: Koloskopien zur Früherkennung machten nur etwa 16 Prozent aller Darmspiegelungen aus, heißt es im Report: „Fast ein Viertel der Versicherten im anspruchsberechtigten Alter hat (...) weder eine Untersuchung auf verdecktes Blut im Stuhl noch eine Koloskopie noch eine Beratung zum Darmkrebs-Screening erhalten.“

Von Jens Heitmann

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