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Niedersachsen Lasermaschinenbauer LPKF strebt in den Tec-Dax
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Lasermaschinenbauer LPKF strebt in den Tec-Dax
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19:39 30.03.2011
Von Helmuth Klausing
LPKF-Abteilungsleiter Jan van Aalst richtet eine neue Lasermaschine ein.
LPKF-Abteilungsleiter Jan van Aalst richtet eine neue Lasermaschine ein. Quelle: haz
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Der börsennotierte Lasermaschinenbauer LPKF hat 2010 das stärkste Jahr der Firmengeschichte geschafft und strotzt vor Zuversicht: Läuft das Wachstum weiter wie erwartet, dann sieht Vorstandschef Ingo Bretthauer das Unternehmen sogar in den Technologiewerte-Index Tec-Dax aufsteigen. Bis wann dieses Ziel erreicht werden soll, ließ er jedoch offen. Es sei ein „mittelfristiges“ Ziel, hieß es lediglich. Die Notierung in einem Index brächte mehr Beachtung für die Aktie und spräche breite Anlegerschichten an, sagte Bretthauer.

Für das laufende Jahr hat sich LPKF eine Menge vorgenommen. Der Personalaufbau soll weitergehen, rund 20 offene Stellen gilt es allein am Stammsitz in Garbsen noch zu besetzen. Im vergangenen Jahr war der Konzern bereits um rund 80 Mitarbeiter auf 466 gewachsen, davon sind 180 in Garbsen beschäftigt.

Zudem soll der Stammsitz für gut 5 Millionen Euro erweitert werden. Im Juni werde ein Nachbargebäude bezogen, das LPKF kaufen konnte und die Fläche für Produktion und Entwicklung um 50 Prozent vergrößert, wie Bretthauer erläutert. Ein Parkhaus für rund 300 Autos steht bereits kurz vor der Fertigstellung. In einem weiteren Bauabschnitt seien im kommenden Jahr noch weitere Bauten geplant. Einzelheiten nannte der LPKF-Chef aber noch nicht. Das hänge auch von der Geschäftsentwicklung ab.

Die sieht alles andere als trüb aus: Der Umsatz soll im laufenden Jahr zwar auf dem Rekordniveau des Vorjahres – 81,2 Millionen Euro – verharren, in den kommenden beiden Jahren aber um je 10 Prozent zulegen. LPKF plant eher zurückhaltend: 2010 musste die Prognose gleich dreimal angehoben werden. Das habe an unerwarteten Großaufträgen gelegen und lasse sich nicht einplanen, erläuterte Finanzchef Kai Bentz. Einen neuen Großauftrag gab es gestern aber auch zu vermelden: Die bisher schwächelnde Solarsparte konnte einen ungenannten Kunden gewinnen, der Maschinen zur Bearbeitung von Dünnschichtsolarzellen im Wert von 7 Millionen Euro bestellt hat. Über Details sei Stillschweigen vereinbart worden. Bretthauer wertete dies als großen Erfolg und erwartet weiteres Wachstum im Solarbereich.

Im vergangenen Jahr blieb diese Sparte erneut hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt konnte dies die Bilanz des Konzerns aber nicht schmälern. Der Umsatz stieg um 60 Prozent auf die bereits genannten 81,2 Millionen Euro, unterm Strich blieb ein Überschuss von 12,1 Millionen Euro – nach 4,7 Millionen Euro im Jahr davor.

Vor allem Maschinen zum Schneiden oder zur Oberflächenbearbeitung mittels Laser gewannen neue Kunden. Ihr Umsatzanteil macht inzwischen 64 Prozent aus. Die sogenannte LDS-Technik habe sich in der Handyproduktion endlich durchgesetzt, sagte Bretthauer. Damit lassen sich Leiterbahnen direkt auf ohnehin vorhandene Kunststoffteile etwa des Gehäuses aufbringen – Leiterplatten werden überflüssig. Das spart Platz und Gewicht. Bretthauer hofft nun, dass diese Technik auch in Notebooks und in dem sich gerade entwickelnden Markt der Tablet-PCs verstärkt zum Einsatz kommt.