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Niedersachsen Lehrstellen-Bewerber immer weniger geeignet
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Lehrstellen-Bewerber immer weniger geeignet
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15:40 14.08.2009
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Während die Bewerberzahl stetig abnimmt, lasse gleichzeitig die Qualifikation deutlich nach, sagte Volker Schmidt, Verbandschef von NiedersachsenMetall.

Die Firmen bemängeln nicht nur die Vielzahl der schlechten Bewerbungen, sondern auch geringes Wissen und falsches Verhalten. Schmidt spricht von „massiven Defiziten“ und „elementaren Wissenslücken“. Die weiteren Ergebnisse der Befragung: Zwei Drittel aller Bewerber haben Probleme mit den Grundrechenarten und mit der deutschen Sprache. Vier von zehn Bewerbern scheitern bereits aufgrund gravierender Mängel beim Bewerbungsschreiben. Auch soziale Fähigkeiten wie Pünktlichkeit, Disziplin oder Motivation fehlen oft. Die Konsequenz ist, dass jedes dritte Unternehmen entweder gar keinen Bewerber einstellt oder es seine Ansprüche deutlich nach unten schraubt.

Der schon jetzt absehbare künftige Fachkräfte-Mangel werde durch diese Problematik noch weiter verschärft, sagte Schmidt. Bis zum Jahr 2020 werden rund 10 000 Jugendliche weniger als derzeit ihren Schulabschluss machen. Ein Grund für die mangelnde Eignung der Bewerber ist nach Ansicht der befragten Unternehmen die fehlende Unterstützung der Eltern. „Sie müssen sich endlich wieder mehr mit ihren Kindern beschäftigen“, forderte der NiedersachsenMetall-Chef. Die Bildung der Jugendlichen nur Schulen und Betrieben zu überlassen, sei falsch.

Die Unternehmen aus der Metall-, Papier- und Kautschukindustrie bieten in diesem Jahr rund 1300 Plätze für Azubis an, fünf Prozent weniger als noch 2008. Zeitgleich sind Produktion und Auftragslage in den Betrieben im Zuge der Wirtschaftskrise um rund 30 Prozent zurückgegangen. In den Arbeitgeberverbänden sind landesweit insgesamt rund 400 Firmen organisiert.

lni