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Niedersachsen Letzter Stapellauf auf Emder Nordseewerken
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Letzter Stapellauf auf Emder Nordseewerken
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11:46 11.12.2009
Werftarbeiter auf dem Helgen der Nordseewerke bereiten den Frachter „Frisia Cottbus“ auf seinen Stapellauf vor.
Werftarbeiter auf dem Helgen der Nordseewerke bereiten den Frachter „Frisia Cottbus“ auf seinen Stapellauf vor. Quelle: lni
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In den Emder Nordseewerken ist am Freitag das vorerst letzte dort gebaute Schiff vom Stapel gelaufen. Wie ein Sprecher der Werft auf ddp-Anfrage sagte, handelte es dabei sich um den 228 Meter langen Frachter „Frisia Cottbus“. Mit dem Containerschiff verabschiedet sich die Werft nach 106 Jahren endgültig vom Handelsschiffbau. Der Werftenverbund ThyssenKrupp hatte die Nordseewerke im Herbst an den Windanlagenhersteller Siag Schaaf verkauft.

Siag will in Emden künftig Teile für Offshore-Windkraftanlagen herstellen. Bis Mitte 2011 soll mit dem Auslaufen der U-Boot-Fertigung und dem gleichzeitigen Anlaufen der Offshore-Produktion ein sanfter Übergang erfolgen. Geplant ist in der Anlaufphase eine jährliche Kapazität von 100 Offshore-Türmen, 60 Maschinenträgern und 75 Untergrund-Strukturen.

Rund 720 Mitarbeiter der knapp 1200 Arbeiter sollen bei der Umstellung übernommen werden. Zudem hat sich der neue Arbeitgeber nach zähen Verhandlungen entschlossen, zwei Jahre lang die alten Löhne zu zahlen. Zuvor war es wegen des geplanten Verkaufs der Nordseewerke zu heftigen Protesten der Mitarbeiter gekommen. Auch die Politik schaltete sich ein.

Rund 550 Schiffe hat die Werft nach eigenen Angaben seit 1905 gebaut oder repariert. Die Nordseewerke wurden 1903 gegründet und zählen zu den ältesten noch bestehenden Werften Deutschlands. Der Standort umfasst 550 000 Quadratmeter Freifläche und 75 000 Quadratmeter Produktionshallen. 1974 wurde die Werft von der Thyssen AG übernommen und firmierte von 1976 an unter Thyssen Nordseewerke GmbH. Der Schwerpunkt lag bei U-Booten, Marine- und Handelsschiffen sowie beim Sonderschiffbau.

Die „Frisia Cottbus“ ist den Angaben zufolge von der Hartmann Reederei in Leer in Auftrag gegeben worden. Das Schiff kann 3400 Standardcontainer transportieren.

ddp

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