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13:44 06.12.2013
Von Dirk Stelzl
„Die Zeiten großflächiger Investitionen sind vorbei“: Die Unternehmen setzen verstärkt auf kleinere Logistikstandorte in Kundennähe. Quelle: dpa
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Hannover

In Niedersachsen wird weiterhin kräftig in Logistikprojekte investiert – vom Rekordniveau des Jahres 2011 sind die Unternehmen allerdings erheblich entfernt. Nach Einschätzung des Vereins „Logistikportal Niedersachsen“ dürften hier in diesem Jahr „logistikaffine“ Investitionen mit einem Gesamtvolumen von rund 700 Millionen Euro verwirklicht werden. Dies wäre etwa so viel wie im Jahr 2012, in dem 97 Investitionen realisiert und dadurch mehr als 4000 Arbeitsplätze geschaffen wurden.

Die Zahlen zeigten, dass die Logistik ein „Wirtschafts- und Beschäftigungsmotor“ sei, sagte der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung des „Marktspiegels Logistik 2012/13“ in Hannover. Niedersachsen etabliere sich immer mehr als bedeutender Investitionsstandort für diesen Wirtschaftszweig in Deutschland und Europa. Damit die Branche ihre Wachstumspotenziale nutzen kann, sprach sich Lies für einen Ausbau der Infrastruktur und von Verkehrsleitsystemen aus.

Im Jahr 2011 hatten Unternehmen noch rund 900 Millionen Euro für Neubau oder Erweiterung von Distributionszentren oder Lagerhallen ausgegeben. Dies sei jedoch ein Ausnahmejahr gewesen, erklärte das „Logistikportal Niedersachsen“, dem Unternehmen der Branche, aber etwa auch Wirtschaftsförderinstitutionen angehören. Seinerzeit hätten einige Großprojekte wie etwa des Sportartikelherstellers Adidas und der Spedition Heinrich Koch im Raum Osnabrück, des Tiefkühlunternehmens Nordfrost in Wilhelmshaven oder von Kaufland in Barsinghausen zu einem ungewöhnlich starken Anstieg der Logistikinvestitionen geführt.

Im Raum Hannover/Hildesheim – eine Schwerpunktregion bei den Logistikinvestitionen – hat sich das Volumen 2012 nahezu halbiert, wie aus dem „Marktspiegel“ hervorgeht. Der Rückgang sei jedoch „kein Ausdruck nachlassender Attraktivität“ dieser Region, sondern auf große Investitionen in der Region Hannover im Jahr zuvor zurückzuführen, betonen die Verfasser der Studie. Sie weisen auch darauf hin, dass das Investitionsvolumen von niedersachsenweit 700 Millionen Euro 2012 der zweithöchste Wert der vergangenen Jahre gewesen sei.

Die Schwerpunkte bei den Logistikprojekten hätten sich allerdings etwas nach Westen verschoben, hieß es. Vor allem auf der „Hansalinie“ zwischen Osnabrück und Oldenburg habe es einen „Investitionsschub“ gegeben. Besonders viele Logistikinvestitionen wurden im Landkreis Diepholz registriert. Auch die Grafschaft Bentheim ist bei Investoren beliebt. Die Region Hannover ist aber den Angaben zufolge nach Hamburg der bedeutendste Logistikstandort in Norddeutschland.

Verringert hat sich der durchschnittliche Flächenbedarf bei Logistikprojekten. „Die Zeiten großflächiger Investitionen sind vorbei“, erklärte der Branchenexperte Stefan Schröder, der stellvertretende Vorsitzende des „Logistikportals“. So errichteten Unternehmen weniger große Distributionszentren, sondern betrieben eher mehrere kleinere Logistikstandorte in Kundennähe. Auch Wirtschaftsminister Lies mahnte einen „maßvollen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Flächen“ an, die vor allem im Raum Hannover knapp sind.

Meist waren es im vergangenen Jahr Unternehmen aus Niedersachsen, die in dem Bundesland in Logistik investierten. Das Ziel ist, auch mehr ausländische Investoren anzulocken. Mit dem Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port habe man ein „weiteres Tor zur Welt“ geschaffen. Die Landesregierung will auch das „Logistikportal“, an dessen Spitze der Langenhagener Spediteur Mathias Krage steht, stärker unterstützen. Lies kündigte an, dass der Verein im kommenden Jahr mit 180 000 Euro gefördert werde – statt mit 70.000 Euro wie bisher.

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