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Niedersachsen Lokführerstreik legt erneut Zugverbindungen im Nordwesten lahm
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Lokführerstreik legt erneut Zugverbindungen im Nordwesten lahm
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17:20 01.04.2011
Der Streik der Lokführer bei den Privatbahnen hat auch am Freitag viele Zugverbindungen im Nordwesten lahmgelegt.
Der Streik der Lokführer bei den Privatbahnen hat auch am Freitag viele Zugverbindungen im Nordwesten lahmgelegt. Quelle: dpa
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„Wir hatten heute noch einmal eine Zugausfall-Quote von knapp 90 Prozent. Inzwischen gibt es aber auch eine geringere Zahl von Streikenden“, berichtete eine Metronom-Sprecherin. Über Verbindungen, die kurzfristig doch noch angeboten werden können, würden die Kunden unter anderem mit dem Online-Nachrichtendienst Twitter informiert.

Der neuerliche Ausstand der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) war am Freitagmorgen in die zweite Hälfte gegangen. Seit Donnerstag um 3.00 Uhr standen viele Züge der privaten Konkurrenten der Deutschen Bahn still, in der Nacht zum Samstag sollte der Streik um 2.00 Uhr beendet werden. Die Lokführer fordern einheitliche Tarifbedingungen für die rund 26.000 Lokführer in Deutschland im Regional-, Fern- und Güterverkehr.

„Auf der Strecke Hamburg-Cuxhaven lief gar nichts“, bestätigte Metronom. Nach Bremen und Uelzen waren am Nachmittag bereits wieder einige Züge unterwegs, auch in Richtung Hannover und Göttingen.

Der private Bahnanbieter ging mit der GDL hart ins Gericht. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum ausgerechnet Metronom bestreikt werde: „Wir bezahlen schon jetzt alle Lokführer über dem Lohnniveau der Deutschen Bahn“, kritisierte Geschäftsführer Wolfgang Birlin. Ihn irritiere außerdem das Verhalten der Gewerkschaft, mit Metronom nicht über einen Gesamt-Haustarif verhandeln zu wollen, obwohl die GDL dort Tarifvertragspartner für alle Mitarbeiter und nicht nur für die Lokführer sei. „Dennoch werden wir immer wieder bestreikt.“

Unterdessen spitzte sich der Arbeitskampf auch in Schleswig-Holstein weiter zu. Die Nord-Ostsee-Bahn in Kiel sperrte nach eigenen Angaben alle streikenden Lokführer bis Sonntagnacht aus, darunter auch zwei Mitglieder des Betriebsrates. Sie dürfen damit auch über das Streikende am Samstag hinaus nicht arbeiten. Die GDL war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

dpa