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Niedersachsen Tüftler-Bude mit Ambitionen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Tüftler-Bude mit Ambitionen
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20:14 05.07.2014
Von Lars Ruzic
„Wir haben ein ganz schönes Wachstum hingelegt“: Die neue Hauptverwaltung von LPKF in Garbsen.Fotos: Kleinschmidt
„Wir haben ein ganz schönes Wachstum hingelegt“: Die neue Hauptverwaltung von LPKF in Garbsen.Fotos: Kleinschmidt Quelle: Tobias Kleinschmidt
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Garbsen

Anfang der 1990er Jahre, als ihr Hinterhof in der hannoverschen Nordstadt zu klein wurde, verschlug es rund 30 Tüftler nach Garbsen. Sie bezogen ein überschaubares Gebäude im Gewerbegebiet an der Bundesstraße 6. „Das kriegen wir nie voll“, scherzten sie damals. Es sollte anders kommen.

Aus der Tüftler-Bude ist ein veritabler Konzern erwachsen, der mit einigen seiner Lasermaschinen den Weltmarkt beherrscht. LPKF kommt heute auf gut 130 Millionen Euro Umsatz und ist eines von zwei niedersächsischen Unternehmen, die im Technologieindex Tec-Dax notiert sind. Aktueller Börsenwert: rund 350 Millionen Euro. „Wir haben ein ganz schönes Wachstum hingelegt“, sagte Firmenchef Ingo Bretthauer.

Und weil die Mannschaft allein in Garbsen inzwischen auf 325 Beschäftigte angewachsen ist, wurde der Platz trotz diverser Erweiterungen knapp. „Sogar der Aufsichtsrat musste sein Zimmer räumen“, berichtete der Vorsitzende des Gremiums, Heino Büsching. Dieses Problem ist gelöst. Seit gestern hat LPKF eine neue Hauptverwaltung am Firmensitz: 5 Millionen Euro hat sie gekostet, 1500 Quadratmeter Büro- und Tagungsräume wurden geschaffen.

Geht es nach Firmenchef Bretthauer, ist das noch nicht das letzte Wort. Mittelfristig werde man sich auch die Produktion ansehen müssen, sagte er. An Fläche mangelt es nach Zukäufen nicht mehr. Es sei noch Platz für eine Verdreifachung der aktuellen Größe vorhanden. „Das wird für die nächsten drei Jahre reichen.“

LPKF ist in der komfortablen Situation, seine Kunden von Deutschland und Slowenien aus beliefern zu können. Die Maschinen, die in der Elektronikbranche, bei der Fertigung von Solarmodulen oder in der Kunststoffbearbeitung eingesetzt werden, produziert LPKF meist in Kleinserie oder gar als Unikat. Da lohne es sich nicht, ein Werk in einem Niedriglohnland zu errichten, sagte Bretthauer. „Viel wichtiger ist die direkte Nähe zur Entwicklung in Garbsen.“

Für den Maschinenbauingenieur, der seit gut fünf Jahren an der LPKF-Spitze steht, ist die neue Zentrale auch Sinnbild für den Wandel von der Tüftler-Bude zum Industriekonzern. Als nächsten Schritt könnte er sich auch einen Zukauf vorstellen. Es wäre der erste in der Firmengeschichte. „Wir halten Augen und Ohren offen - auch außerhalb unseres Kerngeschäfts“, sagte Bretthauer.

Der Manager weiß: Er muss die Aktionäre - LPKF befindet sich quasi zu 100 Prozent in Streubesitz - mit Wachstumsstories bei Laune halten. Anfang des Jahres, als das Geschäft nur langsam anlief, traten sie die Flucht an. Der Kurs liegt heute gut ein Viertel unter seinem Allzeithoch. „Das macht uns nicht nervös“, meinte der Konzernchef. Die Aufträge seien längst wieder gestiegen. Die Prognosen für 2014 sehen einen Umsatz zwischen 132 und 140 Millionen Euro sowie ein operatives Ergebnis zwischen 19 und 24 Millionen Euro vor.

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